Klimakonferenz in Glasgow

Gastgeber Schottland geht bei den Klimazielen mit gutem Beispiel voran

1,5 Grad Erwärmung bis 2030

Der Klimagipfel in Glasgow soll eine richtungweisende Veranstaltung werden, in der sich die teilnehmenden Staaten auf konkrete Maßnahmen einigen wollen, um das Ziel von maximal 1,5 Grad Erwärmung bis 2030 zu erreichen. Doch wie sieht es mit dem Gastgeber aus? Wir schauen, was Schottland für den Umweltschutz leistet.

Im Video: Klima Update mit Bernd Fuchs über den Klimagipfel in Glasgow

Schottlands ambitionierte Ziele

Erste Ministerin Nicola Sturgeon vor einem Windkraftpark, Whitelee Wind Farm
Die schottische Regierung um die Erste Ministerin Nicola Sturgeon setzt voll auf Windkraft. © deutsche presse agentur

Es ist beeindruckend, was das nördlichste Land Großbritanniens dafür tut, um emissionsfrei zu werden. Bereits jetzt ist EU-Spitzenreiter was den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung angeht. Im Jahr 2019 waren es 89,5 Prozent. Mittlerweile sind es nahezu 100 Prozent (97,4 Prozent) wie aus einem 2021 erschienen Energie-Statistik der schottischen Regierung hervorgeht. Der Anteil der Stromgewinnung in der EU durch erneuerbare Energien liegt bei rund 20 Prozent und in Deutschland noch niedriger (etwa 17,4 Prozent). Nun liegt Schottland für seine Windkrafträder günstig.

Warum das so ist, weiß RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Schottland liegt sehr häufig im Bereich der wettersteuernden Strömung, mit der die Tiefdruckgebiete von West nach Ost über den Atlantik geschaufelt werden. Zudem trifft hier der teilweise stürmische Ozean mit seinem Wetter ungebremst auf Festland. Diese Kombination macht Schottland zum Gewinner, wenn es ums Thema Windkraft geht. Außerdem gibt es sehr viel unbebautes und dementsprechend windgängiges Gelände.“

Groß angelegte Aufforstung in Schottland

Wald in Cairngorms auf Loch Morlich in Schottland
Blick von Cairngorms auf Loch Morlich: Schottland hat ein groß angelegtes Aufforstungsprogramm gestartet. © deutsche presse agentur

Erneuerbare Energie ist aber nicht die einzige Anstrengung, die Schottland unternimmt, um den Umweltschutz voran zu treiben. Hinzu kommt noch ein ambitioniertes Bewaldungsprojekt. Das kleine Land nimmt die Klimaschutzziele sehr ernst. Die Aufforstung dient nicht nur der eigenen Wirtschaft, sondern soll diese auch nachhaltiger machen, damit der Ausstieg aus der Nutzung von fossilen Brennstoffen leichter gelingt. Außerdem binden Bäume Kohlenstoff.

So wurde in den vergangenen Jahren eine Fläche von 33.000 Hektar (330 Quadratkilometer) mit Bäumen bepflanzt. Um das auszubauen unterstützt die Regierung sowohl kleinere als auch größere Projekte zur Aufforstung. Rund 175 Millionen Euro wurden bisher in die Schaffung neuer Wälder investiert. Bis 2021/2022 sollen so 13.500 Hektar jährlich und 18.000 Hektar (36 Millionen Bäume) ab 2024/25 jährlich hinzukommen. Davon sollen mindestens 4.000 Hektar des neuen Waldes pro Jahr analog zu den ursprünglichen Wäldern Schottlands aufgeforstet werden.

Weite Teile mit Wald bedeckt

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Waldkiefern (Pinus sylvestris) waren in Schottland weit verbreitet. Nach dem Klimawandel nach der Eiszeit und der Einflussnahme des Menschen gingen die Bestände zurück. © deutsche presse agentur, P. Frischknecht

Einst waren weite Teile Schottlands mit Wald bedeckt. Die Wälder bestanden hauptsächlich aus der schottischen Kiefer, sowie anderen winterfesten Gehölzen – an der Westküste eher aus Eichen und Birken. Die Klimaumstellung nach der Eiszeit (2.000 v. Chr.) veränderte auch die Vegetation in Schottland. Hinzu kam der Mensch, der sich ausbreitete und das Holz verwendete. Von dem einstigen gemäßigten Regenwald waren nur noch etwa 18.000 Hektar übrig geblieben. Meist standen die restlichen Wälder an Berghängen oder Landstrichen, die für die Landwirtschaft nicht erschlossen werden konnten.

Schottland versucht nun Naturhistorie mit Klimaschutz zu verbinden. Ein hehres, aber nicht unerreichbares Ziel für den Gastgeber des Klimagipfel.

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(kfb)