Typisch April: Warum ist das Aprilwetter eigentlich so wechselhaft?

Aprilwetter ist beständig unbeständig
Die unterschiedliche Erwärmung von Land und Wasser lassen Aprilwetter entstehen © picture alliance / dpa, Tatyana Zenkovich

Wer kennt das nicht: Man sitzt im T-Shirt auf der Terrasse, genießt die Frühlingssonne, und von einem Moment auf den anderen ziehen dunkle Wolken auf und man muss sich vor einem kräftigen Regen-, Graupel- oder sogar Schneeschauer in Sicherheit bringen.

Ein solch wechselhaftes Wetter hat vor allem der Monat April für sich verbucht; warme und sonnige Phasen scheinen sich mit kalten und nassen regelrecht duellieren zu wollen. Aber wieso ist das Aprilwetter eigentlich so launisch? 

Unterschiedliche Erwärmung von Land und Wasser

Die Ursache dafür liegt in der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Wasser- und Landmassen. Landmassen erwärmen sich viel rascher als Meere und Ozeane, dafür können letztere die Wärme deutlich länger speichern. Das kann man im Spätsommer am eigenen Leibe spüren? Tagsüber und vor allem nachts macht sich mit oft schon frischen Temperaturen der Herbst bemerkbar, während die Badeseen und insbesondere auch die Meere noch mit sommerlichen Werten zu einem Sprung ins (milde) Nass einladen.

Genau anders herum ist es im April, bzw. allgemein im Frühjahr: Während die Landmassen durch die Sonne schon recht stark erwärmt werden, ist das Wasser der Meere noch bitterkalt. Es entstehen also horizontale Temperaturunterschiede, die durch Eis-und Schneeflächen in den Polargebieten noch verstärkt werden.

Schneller Wechsel von Sonne und Schauern

Zieht nun eine Kaltluftmasse aus den nördlichen Breiten über das Nordmeer und die Nordsee Richtung Deutschland, reichert sie sich auf ihrem Weg mit Feuchtigkeit an. Gelangt diese Polarluft über das Festland, wo es bodennah durch die Sonneneinstrahlung schon eine stärkere Erwärmung gab, entsteht ein großer vertikaler Temperaturgradient. In dieser sogenannten labilen Luftmasse kann die Luft nach oben aufsteigen und sich dadurch abkühlen. Der Wasserdampf kondensiert und fällt schließlich als Regen, Graupel oder Schnee zum Erdboden.

Wo Luft aufsteigt, muss aus Massenerhaltungsgründen auch wieder welche nachströmen. Dies geschieht durch absinkende Luftmassen, was Auflockerungen zwischen den Schauerwolken zur Folge hat. So kommt also der schnelle Wechsel zwischen heiterem Sonnenschein und wolkiger Schauertristesse zustande.

Das wechselhafte Aprilwetter ist aber nicht zwingend auf den April beschränkt. Dennoch sind in diesem Monat die Temperaturgegensätze am größten, danach werden sie mit weiter steigendem Sonnenstand  zunehmend abgebaut.

Quelle: DWD