Was können wir für die Meere tun?

Tag der Ozeane 2022: Wie unser blaues Wunder langsam an Farbe verliert

von Silvia Soyter

Das Band, das der Pazifische, Atlantische und Arktische Ozean bilden, ist der Grund warum unser Planet aus dem Weltraum gesehen so blau erstrahlt. Doch das blaue Wunder ist vielen Gefahren ausgesetzt und mit ihm auch seine bunte Tier- und Pflanzenwelt. Was können wir dafür tun, um unsere Meere wiederzubeleben? Darum geht es am diesjährigen Tag der Meere. Mit welchen Problemen das Great Barrier Reef zu kämpfen hat, sehen Sie im Video.

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Der 8. Juni ist Welttag der Ozeane

Wir brauchen unsere Ozeane: Das soll der World Ocean Day, den die Vereinten Nationen seit 2009 am 8. Juni feiern, verdeutlichen. Doch sie sind in Gefahr. Die letzten Untersuchungen belegen erneut, dass die Gesundheit der Ozeane sich immer mehr verschlechtert. So ist die Gesamtanzahl der Meerestiere seit 1970 um ein Drittel zurückgegangen.

Die Folgen des schlechten Zustands sind fatal, denn

  • die Weltmeere sind die Lieferanten unserer Nahrung
  • sie produzieren etwa die Hälfte des Sauerstoffs auf der Erde
  • sie nehmen ein Viertel der durch Menschen produzierten Kohlendioxide auf
  • sie stabilisieren unser Klima.
Die Meere sind der Klimakrise, Überfischung und Vermüllung schutzlos ausgeliefert. In der Folge haben sie von 1960 bis 2019 mehr als zwei Prozent ihres Sauerstoffgehalts eingebüßt und auch ihre CO2-Speicherkapazität ist zurückgegangen.

Zukunft des Great Barrier Reefs ist bedroht

Eine der vielen schlechten Nachrichten am Tag der Ozeane betrifft das Great Barrier Reef vor der australischen Küste. Als Naturspektakel zieht es Touristenschwärme an. Viele wollen in die bunte Farbwelt des Korallenriffs abtauchen. Doch damit könnte bald Schluss sein: Die Korallenriffe verlieren immer mehr ihre Farbe. Anstelle der üblichen Farbenpracht ähnelt die Unterwasserwelt eher einer Geisterstadt.

Das größte Korallenriff der Erde leidet stark unter dem Klimawandel. Bereits im März 2022 warnten Experten vor einer bevorstehenden schweren Korallenbleiche. Es ist die vierte Massenbleiche seit 2016. Wird das Meer zu warm, stoßen die Korallen, die Algen ab, die sonst für ihre Farben sorgen. Zum ersten Mal hat die Bleiche den nördlichen, den zentralen und auch weite Teile des südlichen Sektors befallen.

Das Great Barrier Reef leidet unter einer schweren Korallenbleiche.
Das Great Barrier Reef leidet unter einer schweren Korallenbleiche.

Hitzetolerante Korallen sollen helfen

Nicht nur der Klimawandel mit der einhergehenden Wassererwärmung schaden dem Great Barrier Reef, dazu kommen die schlechte Wasserqualität sowie Wirbelstürme und Unwetter. Experten suchen daher intensiv nach Lösungen und konnten auch schon erste Erfolge erzielen. Mit hitzetoleranteren Korallen und durch Kühlung und Beschattung versuchen sie die Korallenbleiche in Zukunft zu verhindern.

Unsere Küsten sind auch in Gefahr

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz warnt davor, dass auch die deutschen Küsten immer weiter Stress ausgesetzt sind. Unersetzliche Küstenökosysteme wie die Ostsee-Korallenriffe werden im Zuge des Baus des Fehmarnbelttunnels zerstört. Bei der Grundschleppnetzfischerei, die auch in deutschen Meeresschutzgebieten stattfinden, werden Fischbestände überfischt und das Ökosystem der Meeresböden zerstört. Bei dieser Art der Fischerei werden zudem große Mengen im Meeresboden gespeichertes CO2 freigesetzt.

Nachhaltigkeitsziele müssen dringend erfüllt werden

Mit der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen hat sich die Weltgemeinschaft im September 2015 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Weltmeere gesetzt. Viele der Ziele wurden bis jetzt nicht erreicht. Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz betont, dass „der Welttag der Meere und die Ozeanwoche hier für den dringend benötigten Schub sorgen könnten. Die Zeit drängt.“

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(sso mit dpa)