Mehr Energie als die Sonne

Haben Gammablitze ein Massensterben auf der Erde verursacht?

Stärkste elektromagnetische Strahlen

Gammablitze sind die stärksten elektromagnetischen Strahlenausbrüche in der Galaxie und sie kamen durchaus häufiger vor, als es zurzeit der Fall ist. Als stärkste Energie im Universum könnten sie ein Massensterben auf der Erde verursacht haben. Italienische Wissenschaftler untersuchten nun die Auswirkungen eines solchen Gammastrahlenausbruchs auf das Leben auf der Erde.

Im Video: Astronauten zeigen Milchstraße im Zeitraffer

Beste Zeit und bester Ort, um in der Milchstraße zu leben

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Die Illustration zeigt ein schwarzes Loch, welches nach einer Supernova entstanden ist. © iStockphoto, Elen11

Das Forscherteam um Ricardo Spinelli von der Universität Insurbia (Varese, Norditalien) stellte in ihrer Studie über die Auswirkungen von Gammablitzen fest, dass wir zur besten Zeit und am besten Ort in der Milchstraße leben. Bis vor 6 Milliarden Jahren gab es laut der Wissenschaftler noch zu viele Sternenexplosionen in der unserer Galaxie, um Leben zu ermöglichen. Anschließend hätten sich die Ausbrüche von Gammastrahlen durch Supernovae oder Neutronensternverschmelzungen weiter ins Zentrum verlagert. Unser Sonnensystem liegt in einem recht sicheren Bereich von 27.000 Lichtjahren Entfernung.

Spinelli und sein Team sehen auch einen Gammablitz als sehr wahrscheinlichen Grund für das erste Massensterben auf der Erde vor etwa 445 Millionen Jahren. Ein langer Gammablitz habe die Ozonschicht zerstört. Anschließend waren die zu dieser Zeit ausschließlich im Wasser lebenden Organismen von der erhöhten UV-Strahlung getötet worden. Außerdem führten die entstandenen Stickstoffoxide zur Absenkung der weltweiten Temperatur.

Was sind Gammastrahlen?

Gammablitze sind elektromagnetische Strahlen, die Energie tragen, ähnlich wie sichtbares Licht. Im niedrigeren Spektrum der elektromagnetischen Strahlen befinden sich Radio-, Mikro- und Infrarotwellen. Die Strahlen mit höherer Energie sind ultraviolette, Röntgen und Gammastrahlen. Letztere sind so stark, dass sie sogar Atomverbindungen auseinandersprengen können. Das bedeutet, dass die Strahlung auch unseren Körper beeinträchtigen kann, indem dann beispielsweise DNA-Stränge zerstört werden. Davor schützt uns die Ozon-Schicht. Auf dem Mars gibt es einen solchen Schutz nicht, weswegen Menschen auf dem Roten Planeten der Strahlung ausgesetzt wären.

Ein Gammablitz kann in Sekunden mehr Energie abladen, als unsere Sonne in Millionen Jahren. Dabei unterscheidet man zwischen langen und kurzen Gammablitzen. Die längeren Gammastrahlenexplosionen halten etwa eine Minute lang an und werden nach jetzigem Verständnis der Wissenschaft von Supernovae produziert. Die kurzen Gammastrahlenausbrüche entstehen, wenn zwei Neutronensterne miteinander kollidieren. Beide Sternexplosionen resultieren in der Entstehung eines Schwarzen Loches, was im Laufe weiterer Prozesse einen Gammastrahlenausbruch verursacht.

Welche Gefahren drohen uns durch einen Gammablitz?

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Ein Gammablitz könnte unsere Ozonschicht zerstören und uns der UV-Strahlung der Sonne ungeschützt aussetzen. © iStockphoto, tose

Die meisten Gammablitze kommen von außerhalb unserer Galaxie und sind ungefährlich. Doch sollte es eine Supernova in unserer Milchstraße mit wenigen Lichtjahren Entfernung geben, dann könnte es unseren Ozonschutz in kürzester Zeit zerstören und uns der UV-Strahlung der Sonne ungeschützt ausliefern. Ein kleiner Teil von Wissenschaftlern geht davon aus, dass dies bereits geschehen ist und mindestens eines der fünf großen Massensterben verursacht hat. Der bekannteste Faunenschnitt ist wohl das Aussterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren durch einen Killerasteroiden.

„Obwohl sie viel seltener als Supernovae sind, können Gammastrahlenausbrüche aus größerer Entfernung ein Massenaussterben verursachen: Als energiereichste Ereignisse sind sie die Panzerfäuste mit der größten Reichweite“, erklärt Spinelli.

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(kfb)