Immer mehr Weltraumschrott

Starlink: Warum darf Elon Musk das Weltall zumüllen?

Es gibt jetzt schon unzählige Satelliten im Weltall.
Sieht schön aus, sind aber viel zu viele Satelliten, die nur den Interessen eines Mannes dienen: Elon Musk.

Ein Kommentar von Oliver Scheel

Er ist beliebt, er hat ein super Image und sicherlich ist er ein wahrer Macher: Elon Musk. Früh kaufte er sich bei Tesla ein und investierte in die Elektromobilität. So kam er zu seinem guten Ruf. Da ist jemand, der macht etwas. Ob Elon Musk allerdings wirklich etwas an Nachhaltigkeit liegt, das darf bezweifelt werden. Er ist ein Unternehmer und in erster Linie geht es ihm ums Geschäft. Mit seinem Starlink-Projekt, mit dem er bis zu 42.000 Satelliten ins Weltall schießen will, möchte Musk schlichtweg Geld verdienen. Und was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat, muss Musk auch noch erklären. Warum darf eine Privatperson so etwas? Hier muss dem smarten Unternehmer ein Riegel vorgeschoben werden – schnell.

Starlink: Weltweites Satellitennetz für den Internet-Empfang

Wer oder was gibt Elon Musk eigentlich das Recht, zigtausend Satelliten in den Orbit zu ballern? Eine einzige Behörde hat ihm das erlaubt – es ist die amerikanische FCC (Federal Communications Commission). Nun haben wir auf dieser Welt 200 Länder, man stelle sich vor, sie alle würden irgendwelchen Superreichen genehmigen, 42.000 Satelliten ins All zu feuern. Das Weltall gehört nicht den USA, es gehört nicht Elon Musk, es gehört auch nicht uns Menschen.

Nur weil er vermeintlich Gutes tut, nämlich ein weltweites Satellitennetz aufzubauen, um das Internet auch an die abgelegensten Orte zu bringen, ist die Tat an sich noch lange nicht gut. Es gibt Dinge, die gehören einfach nicht in die Hand von Privatleuten. Vor allem dann nicht, wenn sie über mehr Geld als die Staaten verfügen. Die Macht dieser Menschen gerät völlig außer Kontrolle.

Im Video: SpaceX-Rakete kollidiert beinahe mit Weltraumschrott.

Deutschland plant Starlink zu unterstützen

SpaceX-Gründer und Tesla-CEO Elon Musk in Grünheide bei Berlin
Elon Musk will ein schnelles Internet - weltumspannend. Dafür benötigt er Tausende Satelliten im All. © REUTERS, MICHELE TANTUSSI, /FW1F/mark heinrich

So wird Musk zu einem modernen Zauberlehrling, den man nachher nicht wieder los wird. Mit womöglich exorbitanten Folgekosten für die Regierungen und die Menschen aufgrund des immer mehr werdenden Weltraumschrotts. Und die deutsche Regierung tappt schon in die Musk-Falle. Weil das Internet auf dem Lande schlecht ist, will Verkehrsminister Andreas Scheuer Gutscheine im Wert von 500 Euro verteilen, mit denen sich die Landbevölkerung die nötige Satellitenschüssel besorgen kann. Dann müssten die Menschen „nur noch“ die 99 Euro im Monat für das Internet an Elon Musks Firma SpaceX zahlen.

Das ist doch ein schlechter Witz: Die Regierung schanzt so einem der reichsten Männer der Welt massenhaft neue Kunden zu. So etwas gehört schnellstmöglichst gestoppt. Die Infrastruktur, und dazu zählt das Internet, muss schlichtweg in Staatshand liegen.

Amazon-Chef Jeff Bezos plant auch Satelliten ins All zu schießen

Die Starlink Satelliten sehen aus wie eine Perlenkette.
Lichterkette am Nachthimmel: Starlink Satelliten erscheinen auf einem Foto wie eine langgezogene Perlenkette. © dpa, Patrick Pleul, ppl alf wst vco

Und: Wer entsorgt denn den ganzen Müll, den der stets lächelnde Mann da ins All schießt? Es sind beileibe nicht nur die Sternegucker, die sich von den hellen Perlenketten am Nachthimmel gestört fühlen. Das Problem ist viel größer: Eine Einzelperson, die den ganzen Planeten samt Umlaufbahnen in Geiselhaft nimmt. Beendet Starlink! Denn es wird nicht bei einem Projekt bleiben: Amazon-Chef Jeff Bezos, der nächste Superreiche, plant schon eine ähnliche Satelliten-Armada im All.

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(osc)