Weltraum-Desaster für Elon Musk

Sonnensturm lässt Starlink-Satelliten abstürzen

Von Moritz Nolte

Der Tesla-Chef Elon Musk muss einen herben Rückschlag für sein Starlink-Projekt hinnehmen. Eigentlich will der Tech-Riese seine Satelliten-Flotte im Weltraum weiter vergrößern, um auch in den entlegensten Orten der Welt für ein stabiles Internetnetz zu sorgen. Nun sind aber 40 von 49 Starlink-Satelliten einem Sonnensturm zum Opfer gefallen.

Durch Sonnensturm: Rückschlag für Elon Musks Internet-Projekt

FILE PHOTO: SpaceX owner and Tesla CEO Elon Musk speaks during a conversation with legendary game designer Todd Howard (not pictured) at the E3 gaming convention in Los Angeles, California, U.S., June 13, 2019.  REUTERS/Mike Blake/File Photo
Tesla-Chef Elon Musk ist nicht begeistert über den Absturz seiner Satelliten.

Erst letzte Woche hatte eine Falcon-9-Rakete, vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida, 49 Starlink-Satelliten ins All geschossen. Die Kommunikationsmodule wurden planmäßig in einer Höhe von 210 Kilometern über der Erde ausgesetzt. Eigentlich sollten die neuen Satelliten dann selbständig ihre finale Position in 550 Kilometern Höhe erreichen. Doch nun hat ein Sonnensturm 40 künstlichen Erdtrabanten der privaten Weltraumfirma SpaceX vernichtet. „Unglücklicherweise wurden die am Donnerstag ausgebrachten Satelliten am Freitag von einem magnetischen Sturm schwer getroffen", erklärt SpaceX dazu auf ihrer Homepage. Das Bodenpersonal von SpaceX hat zwar noch versucht die Zerstörung der 260 Kilogramm schweren Satelliten zu vermeiden, doch das eingeleitete Manöver blieb erfolglos. Der Unfall kostet Elon Musks Weltraumunternehmen rund 100 Millionen US-Dollar.

Sonnenstürme sind keine Seltenheit

FILE - HANDOUT - The upper one of a pair of new, solar active regions that just rotated into view of SDO offered a beautiful profile view of cascading loops spiraling above it (Jan. 15-16, 2012) following a solar flare eruption. These loop structures
Immer wieder schickt die Sonne Strahlung ins Weltall, die sich dann im Sonnensystem ausbreitet.

Wenn die Sonne in einem kurzen Zeitraum verhältnismäßig mehr Strahlung und geladene Teilchen ins All schleudert, entstehen Sonnenstürme. So ein geomagnetischer Sturm heizt die oberen Schichten der Atmosphäre auf und verdichtet diese so. In dem Fall ist der Luftwiederstand für die Starlink-Satelliten so enorm gewachsen, dass sie abgebremst wurden und durch die Schwerkraft zurück zur Erde gezogen wurden. Laut SpaceX war der atmosphärische Widerstand durch den magnetischen Sturm wohl 50 Prozent höher als üblich.

Trotz Absturz: Satelliten sind keine Gefahr für die Erde

Wären die Satelliten direkt auf ihre Endhöhe gebracht worden, wäre der Sonnensturm für sie wohl ungefährlich gewesen. Die niedrige Startumlaufbahn der Satelliten ist dabei aber eine Sicherheitsvorkehrung der Starlink-Betreiber. In der niedrigen Umlaufbahn werden die Satelliten überprüft, ob sie ohne Probleme funktionieren. Erst danach sollen sie weiter aufsteigen. Ziel sei es dadurch Weltraumschrott zu vermeiden.

Die Module wurden laut SpaceX so entworfen, dass sie bei einem Absturz aus dieser Höhe komplett verglühen. In diesem aktuellen Fall werden bis zu 40 der Satelliten wieder in die Erdatmosphäre eintreten“, erklärte SpaceX. Es gebe aber, da die Fluggeräte verglühen, „keinerlei“ Risiko einer Kollision mit anderen Satelliten. Zudem sollen auch dadurch keine Trümmer auf die Erde fallen – eine Gefahr für uns Menschen besteht also nicht.

Absturz wird umstrittenes Starlink-Netzwerk nicht bremsen

Die Auswirkungen des Absturzes sind für das Starlink-Netzwerk nur marginal. SpaceX hat bereits fast 2.000 Satelliten ins All befördert. Zudem war es bereits der dritte Start eines Satellitenschwarms in diesem Jahr. Schon heute kann Starlink eine Internetnutzung via Satellit anbieten – trotzdem hat die Firma die Genehmigung bis zu 12.000 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen.

Das Projekt hat aber auch viele Kritiker in Politik und Wissenschaft, denn die hohe Anzahl an künstlichen Himmelkörpern könnten den Nachthimmel dauerhaft verändern. Besonders die glänzende Oberfläche der Starlink-Satelliten könnte die Aufnahme von Teleskopen stören.

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(mno)