Sind Saharastaub und Blutregen gefährlich?

Was Sie jetzt über den Staub aus der Wüste Nordafrikas wissen sollten

von Björn Alexander und Carlo Pfaff

Es sind die wärmsten Luftmassen, die wir in Deutschland bekommen können. Sie stammen aus dem Herzen der nordafrikanischen Wüste und haben neben hohen Temperaturen gerne noch ein Mitbringsel im Gepäck: Saharastaub.

Oben im Video: Wenn Regen auf den Wüsntestaub trifft, dann ist auch Blutregen möglich

Wie kommt der Saharastaub eigentlich bis nach Deutschland?

Aufgewirbelt durch den Wind wird der Staub in den höheren Luftschichten hunderte Kilometer weit getragen. Spanien kriegt den Staub - aufgrund der Nähe zu Afrika - so beispielsweise zwar deutlich häufiger ab als wir in Deutschland. Dennoch sieht RTL-Meteorologe Carlo Pfaff auch bei uns des Öfteren den trocken-warmen Wüstenimport: „Wie viele Male im Jahr der Staub bis nach Deutschland kommt, hängt natürlich maßgeblich von den Wetterlagen ab. Fünf- bis zehnmal pro Jahr kann man aber durchaus rechnen.”

Lese-Tipp: Saharastaub und Blutregen – Luft aus Nordafrika über Deutschland

Was muss ich beim Saharastaub beachten - ist er gefährlich für unsere Gesundheit?

„Grundsätzlich ist der Staub erst einmal in den höheren Luftschichten ansässig. Insofern ist der direkte Kontakt eher selten”, erläutert Pfaff. Gerade aber auf den Bergen der Alpen sei der Wüstenstaub schon deutlich näher. Größere gesundheitliche Einschränkungen sieht der Meteorologe aber eher seltener. Zumal der Wüstenstaub - im Gegensatz zu den industriellen Abgasen beispielsweise - nicht durch Umwelteinflüsse belastet sei. Dennoch ist in bestimmten Situationen Vorsicht geboten: „Die Feinstaubbelastung kann durch die Staubwolke aus der Wüste durchaus erhöht werden, was besonders bei Allergien oder Asthma eine weitere Belastung sein könnte.”

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Viel hilft viel bei der Autowäsche: So vermeiden Sie Kratzer

Tuebingen Saharastaub ueber Deutschland, 16.03.2022 Saharastaub Verschmutzungen auf einem Ford Tuebingen, 16.03.2022 *** Tuebingen Sahara dust over Germany, 16 03 2022 Sahara dust pollution on a Ford Tuebingen, 16 03 2022 Copyright: xEibner-Pressefot
Regen trifft auf Saharastaub und befördert ihn zu Boden - hier gab es den sogenannten Blutregen.

Einen weiteren Effekt hat der Staub, wenn er sich auf Oberflächen niederlässt. Unproblematisch ist das zum Beispiel bei Gartenmöbeln aus Kunststoff. Anders sieht es aber auf dem Auto aus. Denn der Lack hat gegen die Sandkörner in der Regel doch eine gewisse Empfindlichkeit. Um optischen Zimperlichkeiten in Form von Kratzspuren zuvor zu kommen, sollte keinesfalls mal eben trocken übergewischt werden.

Aber irgendwie muss der Staub auf jeden Fall runter, bevor er zu dauerhaften Beschädigungen führt. Hierzu gilt in dieser Situation: viel hilft viel. Und das ist natürlich auf die Menge des Wassers bezogen. Um es direkt ganz richtig zu machen, hilft sicher die Fahrt zur Waschanlage des Vertrauens, die höchstwahrscheinlich einen Hochdruckreiniger besitzt.

Vom Autowaschen vor der eigenen Haustür sei hingegen abgeraten. Einerseits ist das ja bekanntlich nicht überall erlaubt. Andererseits ist das Staub-Auto-Motor-Abwassergemisch auch nichts für die normale Kanalisation oder gar die freie Natur.

Frühjahr bringt auch ohne Wüstenwinde Staubwolken mit

Auch ohne den Warmluftfluss aus Afrika sind wir in Deutschland natürlich an Staubwolken in räumlich begrenzter Form gewöhnt. Denn gerade im Frühjahr kommen wir wiederholt mit natürlichen Staubaufwirbelungen in Kontakt. Dann nämlich, wenn die Felder noch brach liegen und der Wind – in Kombination mit langer Trockenheit – Staubwolken übers Land weht. Besonders gilt das für die ackerbaulich besten Regionen, deren Böden aus dem sogenannten Löss bestehen. Dieser wird aufgrund seiner geringen Größe leicht durch den Wind aufgeweht und verfrachtet.

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(ba, apfl)