Rettet der Vertrag wirklich das Klima? Wo liegen die Vor- und Nachteile?

Der Klimavertrag ist da: Mit welchen Folgen?

Nahezu alle Staaten der Welt versprechen, sich gemeinsam für das Klima einzusetzen. Wird damit wirklich das Klima gerettet? Wer kontrolliert die Einhaltung, was passiert bei Nichteinhaltung? Und was bedeutet der Klimavertrag für jeden Einzelnen? So schön die Einigung beim Weltklimagipfel in Paris ist, sie wirft einige Fragen auf, die es zu klären gilt.

Vor- und Nachteile, Paris 2015, Klimagipfel
Der Klimavertrag ist da: Eigent sich der Pakt dazu, das Klima zu retten?

Die Staaten haben vereinbart, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf klar unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Das Zwei-Grad-Ziel könnte die schlimmsten Folgen des Klimawandels abwenden. Zudem sollen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als sogenannte CO2-Senken - beispielsweise das Pflanzen von Wäldern - ausgleichen können.

Ärmere Staaten sollen Geld und technische Unterstützung erhalten, um sich klimafreundlich zu entwickeln. Das ist für viele sehr wichtig, damit sie ihre Klimaziele überhaupt erfüllen können.

Freiwilligkeit ein Problem - Sanktionen nicht vorgesehen

Der Vertrag wird von vielen Experten als zu lasch angesehen. Die vorgelegten nationalen Pläne reichten allenfalls, um die Erderwärmung auf rund drei Grad zu begrenzen. Und das Abkommen schreibt nicht vor, die vorliegenden Klimaschutzpläne schnell zu verbessern. "Wenn diese aber nicht verschärft werden, ist zumindest das 1,5-Grad-Ziel schon begraben", sagt Jan Kowalzig von der Nichtregierungsorganisation Oxfam.

Die EU etwa solle sofort anfangen, ihr Ziel zu verbessern, von 1990 bis 2030 den Treibhausgasausstoß um 40 Prozent zu senken.

Ein Problem: Der Klimavertrag hat keinen Sanktionsmechanismus. Die Hoffnung ruht darauf, dass man "es sich gegenseitig in die Hand versprochen hat", wie es der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber, formulierte. "Es wurde Zwang durch Moral ersetzt, was ja oft besser ist."

Viele Forscher setzen auch auf die Wirtschaft, insbesondere auf die 'Deinvestment-Bewegung' für einen Ausstieg aus Investitionen in Kohlekraftwerke. Ihr war kürzlich auch die Allianz-Gruppe beigetreten.

Zudem haben sich am Rande des Klimagipfels 114 Unternehmen, darunter Coca-Cola, Procter & Gamble und Sony, eigene Klimaziele gesetzt. So plant Italiens größter Energiekonzern Enel, bis 2050 netto kein CO2 mehr auszustoßen. Die Vereinbarung werde der deutschen Energiewende einen ultimativen Schub" geben, glaubt Klimaforscher Joseph Alcamo von der Universität Kassel. Er sieht eine europäische und eine weltweite Energiewende folgen.

Rund 190 Länder mit Klimaschutzzielen setzten nun auf erneuerbare Energien. Deutschland habe einen großen Vorsprung in der Technik, die es nun verkaufen könne.

Und was heißt der Vertrag für den einzelnen? Kommen neue Kosten auf die Verbraucher zu? Das kann man momentan noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Sehen Sie dazu auch das Video.