Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Deutschland befindet sich mitten im Klimawandel

Traurig: April und Mai 2018 sind bereits zwei Rekordmonate in Folge

Der April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Mai der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und der Juni macht gerade so weiter. Dieser besorgniserregende Trend ist bei vielen aber nicht mehr als eine Randnotiz. Das ist fatal. Denn uns drohen nicht nur schwere Schäden durch Stürme wie den Tornado von Viersen oder Starkregenereignisse wie letztens in Fischbach oder Kleinblittersdorf, uns drohen darüber hinaus Ernteausfälle durch Trockenheit und Fischsterben in zu warmen Gewässern.  

Höhere Verdunstung führt zu Gewittern und Starkregen

In Kleinblittersdorf hat es die Scheerbachstraße am meisten betroffen. Im Ergebnis: die Straße ist weg. Die Asphaltdecke in weiten Teilen weggeschwemmt. Die Ursache: der Scheerbach, den man vor Jahrzehnten kanalisierte und dessen Kanaleinlauf bei Sta
In Kleinblittersdorf im Saarland hat ein heftiges Unwetter Anfang Juni ganze Straßenzüge verwüstet. © imago/Becker&Bredel, BeckerBredel, imago stock&people

Das renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sieht den Klimawandel daher als real an - auch in Deutschland: "Mit einer Temperaturzunahme von im Jahresmittel einem Grad Celsius befindet sich Deutschland mitten im Klimawandel", sagte Fred Hattermann vom PIK. 

"Einzelereignisse können statistisch gesehen zwar keinen Trend bestätigen, aber was wir derzeit an Unwettern und langanhaltender Hitze beobachten, bestätigt die Annahmen der Klimaforscher zu den Folgen der globalen Erwärmung", so der Wissenschaftler.

Eine Rolle bei der Erwärmung spielt die steigende Verdunstung: "Die Verdunstungsraten und der Wassergehalt der Luft sind in einem wärmeren Klima angestiegen, was folgerichtig zu schwereren Gewittern und Starkregen führen kann. Andererseits steigt der Wasserstress der Pflanzen durch die höheren Temperaturen, und die gestiegenen Verdunstungsraten im Sommer führen zu einer stärkeren Austrocknung der Böden", so Hattermann.

Eine Mahnung, die wir uns zu Herzen nehmen sollten

Und genau diese Wetterlage haben wir seit Wochen in Deutschland. Im Norden und Osten wird es immer trockener, im Süden und Westen nimmt die Gewitterlage kein Ende. "Dieser Trend wird sich fortsetzen, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen unvermindert anhält."

Eine Mahnung, die wir uns endlich zu Herzen nehmen sollten. Denn wir sind nicht nur die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels abschätzen kann, wir sind vielleicht auch die letzte, die katastrophale Folgen für die Menschheit noch abwenden kann.