Polarwirbel kommt in Fahrt

Weichenstellung für den Winter 2021/2022 geht jetzt schon los

Big Player für den Winter machen sich bereit

Wenn die Tage kürzer werden und die Nächte immer länger, dann begibt sich unser Wetter langsam in den Herbst. Gleichzeitig schalten auch die großen Steuermechanismen in der Nordhälfte der Erde von Sommerzeit auf Winterzeit. Ein Big-Player ist hierbei der sogenannte Polarwirbel. Er bildet sich im Laufe des Herbstes und sein Verhalten bestimmt maßgeblich, wie unser Winter wird.

Oben im Video: Ab wann können sich bei uns in Deutschland normalerweise die ersten geschlossenen Schneedecken bilden.


Mehr zum Hintergrund

Was ist eigentlich der Polarwirbel?   

Diese Frage leiten wir direkt weiter an den RTL-Meteorologen Björn Alexander: „Der Polarwirbel entsteht im Laufe des Herbstes und verstärkt sich in den Wintermonaten deutlich. Also genau dann, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß sind. Das ist meist rund um die Wintersonnenwende, also zum kalendarischen Winterbeginn. Dann ist es nördlich des Polarkreises über Wochen bzw. Monate dunkel und ohne Sonne dementsprechend extrem kalt. Das wiederum hat zur Folge, dass die westlichen Winde am Rande des Polarwirbels deutlich stärker sind als im Sommer.

Intakt oder gestört: Diese Auswirkungen hat ein starker Polarwirbel auf unser Wetter

Bei einer intakten Zirkulation sorgt der Polarwirbel in unseren Breiten für westliche Winde. Diese sind in der Regel eher mild und bringen immer wieder Regen mit, der normalerweise nur auf den Bergen in Schnee übergeht. Das Flachland bekommt dabei nur selten Wintergefühle. 

Polarwirbel-Splitt: Winter mit eiskaltem Atem

Polarwirbel und Polarwirbel-Split
So stellen die Wettercomputer den Polarwirbel im Winter dar. Ist er intakt, dann haben wir häufig milde und nasse Westwetterlagen. Kommt es hingegen zum Polarwirbel-Split, dann kann es bei uns richtig kalt werden.

Und wie sieht es aus, wenn der Polarwirbel schwächelt?  

Hierzu Björn Alexander: „Ein schwacher oder sogar geteilter Polarwirbel (der sogenannte Polarwirbel-Split) kann im Gegensatz dazu zu einer Verlangsamung der Westwinddrift führen und diese sogar umkehren. In solchen Phasen können dementsprechend östliche Winde dominieren. Die sorgen für einen Kaltluft-Import aus Nord- und Nordosteuropa. Und wenn sich diese Wetterlage länger hält, dann kann aus einer kalten Schweden-Schelle mit Luft aus Nordeuropa sogar eine sibirische Kältewelle werden.“

Lassen sich schon Trends für den Winter 2021/2022 ableiten?

Auf dem Erstarken des Polarwirbels sicherlich nicht. Denn das gehört in jedem Jahr zum Umschalten auf den Winterbetrieb der Nordhalbkugel. Es gibt aber natürlich Computermodelle, die sich in der Vorhersage für mehrere Monate versuchen. Beispielsweise das CFS des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA). Hier sehen die aktuellen Berechnungen derzeit einen eher moderaten Winter 2021/2022 kommen ohne extreme Abweichungen. Vor allem deutliche Abweichungen nach oben scheinen im kommenden Winter nicht dabei zu sein. Das könnte dafür sprechen, dass wir auch mehr Winter und Schnee in den tieferen Lagen bekommen könnten

Fakt ist aber: Es handelt sich dabei um experimentelle Modellrechnungen, die jede Menge Raum für Spekulationen und Wünsche offen halten. Schließlich wäre es ja mal wieder Zeit für eine „Weiße Weihnacht”. Deutschlandweit gesehen gab es diese genau vor elf Jahren im Dezember 2010.

Weiße Weihnacht oder nicht? Es ist auf jeden Fall schon lange her

Weihnachtsbaum-Suche im Schnee: Deutschlandweit betrachtet war die letzte
Weihnachtsbaum-Suche im Schnee: Deutschlandweit betrachtet war die letzte "Weiße Weihnacht" vor elf Jahren im Jahr 2010. © dpa, Uwe Zucchi

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(bal und oha)