Jetzt kommt Schnee bis ins Flachland

Vorsicht Glätte: Polartief bringt Sturm und Schnee für alle

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Jetzt wird es turbulent – vor allem im Straßenverkehr. Denn mit dem Polartief, das in den kommenden Tagen unser Wetter bestimmt, gibt es einen richtigen Wintereinbruch bis ins Flach- und Tiefland. Für die bekennenden Flachlandtiroler im Rheinland zum Beispiel heißt das: Chaos im Berufsverkehr droht. Denn wenn rund um Köln ein paar Schneeflocken niedergehen, ist schnell Ende im Gelände. Das Gefahrenpotenzial wird durch einen ordentlichen Wind erhöht. Mit was müssen wir genau rechnen?

Schneeglätte, Reifglätte, Glatteis und Eisglätte: Was sind die Unterschiede?

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Tief INGO wird zum Schneemann und entlädt Schnee im Berufsverkehr

Am Donnerstagmorgen könnte es in vielen Regionen schon beim ersten Blick aus dem Fenster eine weiße Überraschung geben. Der Übeltäter heißt INGO, ein Tief, das sich in der hochreichenden Kaltluft polaren Ursprungs gebildet hat. INGO zieht mit eiskalter Luft (in 5,5 Kilometer Höhe ist es etwa -40 Grad kalt) über die recht milde Nordsee zu uns nach Deutschland.

Über der See saugt sich INGO dann schön mit Feuchtigkeit voll und entlädt die an Land zuerst im Nordwesten und Westen als Schnee oder Schneeregen. Auch mit Graupelgewittern müssen wir rechnen. Zudem weht ein mitunter ruppiger und teilweise stürmischer Wind, der an der Küste in Böen im Kern des kleinen Tiefs bis um die 110 km/h erreichen kann.

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Glätte: Donnerstagfrüh könnte heikel werden

In der Nacht zum Donnerstag geht es los. Die Schneeregen- und Schneeschauer bringen akute Glättegefahr. Das gilt in der Früh, also genau zum Berufsverkehr, voraussichtlich im Ruhrgebiet und im Bereich Rheinland, Eifel und Sauerland. Hier heißt es somit vor Fahrtantritt, das Wetter- und Schneeradar im Blick zu behalten, nötigenfalls Alternativen oder frühere Abfahrtzeiten mit einzuplanen.

Wo regnet und wo schneit es gerade? Unser Radar

Doch nicht nur in den Schneefallregionen müssen wir uns auf rutschige Straßen und Wege mit ein paar Zentimetern Winterweiß einstellen. Es wird nahezu überall frostig kalt, teils eisig mit an die -10 Grad. Damit drohen außerdem gefrierende Nässe oder Reif. Um die Übersicht über die Glättearten zu behalten, die die Winterdienste jetzt auf Trab halten, haben wir einmal die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst.

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Am Donnerstag breiten sich die Schneeschauer südwärts aus

Tagsüber breiten sich Schneeregen und Schnee weiter aus, erreichen das nördliche Baden-Württemberg und Nordbayern. Zeitgleich folgen im Nordwesten Regen-, Schneeregenschauer gepaart mit Graupelgewittern, was uns auf den Straßen erneut viel Konzentration und Vorsicht abverlangen dürfte. Und das wird in den folgenden Tagen und Nächten ebenfalls so bleiben.

Die Zusammenfassung der kommenden Tage

  • Freitag vor allem im Südosten etwas Schnee, im Nordwesten Regen oder Schnee
  • Samstag weiterhin im Südosten Schneeglätte, sonst erwartet uns zeitweiliger Sonnenschein
  • Sonntag wahrscheinlich eher in der Osthälfte weitere Schneeschauer
  • Nachtfrost mit Reif und gefrierender Nässe bleibt abseits der Schneeregionen ein Thema - tagsüber gibt es im Flachland höchstens 4 Grad, die Berglagen verweilen durchweg im Dauerfrost

Wie geht es mit dem Winter weiter? Unser 42-Tage-Trend

Der Polarwirbel: Motor des Winters

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

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(osc, bal)