Olis Klimablog: Die Kosten des Klimawandels werden alles Wachstum auffressen

Olis Klimablog: Die Kosten des Klimawandels werden alles Wachstum auffressen
Die Kosten des Klimawandels werden alles Wachstum auffressen.

Blog vom 11. Oktober 2018: Der Klimawandel kann für uns ein echtes Milliardengrab werden

150 Milliarden Dollar sind eine unvorstellbare Summe - ungefähr die Hälfte der griechischen Staatsschulden. Und allein Hurrikan "Katrina" verursachte im Jahr 2005 diesen Schaden für die Volkswirtschaft der USA. Diese Kosten wurden durch ein einziges Wetterextrem erzeugt. Ich denke, das sagt schon einiges. Es geht aber noch viel schlimmer: Denn allein wegen der Klimaschutzverpflichtungen, die Deutschland eingegangen ist, drohen Milliardenzahlungen - unabhängig davon, ob weitere Extremwetter kommen oder nicht. Es ist also höchste Zeit, in Berlin tätig zu werden.

Deutschland wird seine Klimaziele bis 2020 weit verfehlen - einfach weil kein politischer Wille zu erkennen ist, die Energiewende zu erreichen. Unsere Konzerne sollen Wachstum generieren und das geht eben nur auf Kosten von Mensch und Ressource. Nun aber - das berechnete der Thinktank "Agora Energiewende" - wird Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Emissionsziele 2021 bis 2030 verfehlen, und zwar gewaltig. Nämlich um mindestens 616 Millionen Tonnen CO2.

Was heißt das für uns? Das heißt, wir müssen CO2-Zertifikate bei den Ländern kaufen, die welche übrig haben. Und diese Zertifikate könnten laut "Agora" den Bundeshaushalt mit 30 bis 60 Milliarden Euro belasten! 

60 Milliarden Euro! Würde die Bundesregierung nicht jahrelang auf tauben Ohren sitzen, hätte man diese 60 Milliarden Euro schon lange sinnvoll in die Energiewende stecken können. Das hätte uns eine bessere Luft und womöglich auch eine Menge neuer Arbeitsplätze gebracht. So aber wird der Steuerzahler einmal mehr die Versäumnisse der Regierung begleichen müssen. Und das Ganze auch noch in verdreckter Luft.

Oliver Scheel ist Freier Journalist und arbeitet für Wetter.de. Er setzt sich deshalb für den Klimaschutz ein, weil er keine Lust darauf hat, dass alles vor die Hunde geht.

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Blog vom 2. Oktober 2018: Der Diesel-Kompromiss ist weit entfernt von einer Lösung des Problems

Die Politik feiert sich für den "Diesel-Kompromiss". Man habe Handlungsfähigkeit bewiesen, man habe einen Schritt gegen drohende Fahrverbote getan. Außer der Politik feiert aber eigentlich niemand. Die Autobauer machen eh, was sie wollen, welchen Kompromiss man auch immer in Berlin ausgehandelt haben will. Denn am Ende legen die ja fest, wieviel Umtauschprämie sie zahlen. Opel zum Beispiel lehnt eine Nachrüstung einfach ab. Und eine Umtauschprämie, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, eine Umtauschprämie ist ja kaum etwas anderes als ein neues Konjunkturpaket, das mit einem hübschen Schleifchen aus Berlin gesendet wird.

Schon jetzt ist klar, dass das nichts an den Fahrverboten ändert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da groß etwas ändert", sagte Baden-Württembergs grüner Verkehrsminister Hermann. Da hat die Regierung, um zu beweisen, dass sie überhaupt noch handlungsfähig ist, also den nächsten Rohrkrepierer ins Rennen geschickt.   

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, es gehe der Bundesregierung nicht um saubere Neufahrzeuge. In der Tat vermisse ich hier den zukunftsorientierten Ansatz. Mazda will bis 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr bauen, wo sind solche Aussagen von deutschen Autobauern? Dänemark und Belgien planen, im Jahr 2030 keine rein diesel- oder benzinbetriebenen Neu-Pkw mehr zuzulassen, Norwegen will das schon im Jahr 2025 hinkriegen.

Und wir? Wo sind die Radschnellwege, wo sind die alternativen Antriebe? Wo sind die autofreien Innenstädte? Wo sind die Ideen für den Nahverkehr? Wo ist überhaupt auch nur ein zukunftsorientiertes Konzept? Die Regierung pudert die ewiggestrige Autoindustrie, die die ganze Gesellschaft mit ihrem Mantra Arbeitsplätze immer noch fest im Würgegriff hat. Wenn wir dann an einer Lungenkrankheit sterben, haben wir wenigstens bis zum Tod immer einen Arbeitsplatz gehabt. Toll. Irgendwie habe ich im Kopf, dass die ehemalige Klimakanzlerin mal sagte, ein "Weiter so" werde es nicht geben...?"

Berlin muss Diesel-Fahrverbote einführen
Berlin muss Diesel-Fahrverbote einführen Einige Straßen darf man bald nur mit dem Benziner befahren 00:37

Blog vom 25. September 2018: Die Scheinargumente von RWE - Ein Gastbeitrag von Christoph Scheel

Bergheim, DEU, 25.09.2018 Greenpeace - Projektion RWE luegt auf einen Kuehlturm des Kraftwerks Niederaussem. Das Braunkohlekraftwerk Niederaussem, ein von der RWE Power AG mit Braunkohle betriebenes Grundlastkraftwerk in Bergheim-Niederaußem (Rhein-E
Eine Projektion von Greenpeace, die RWE der Lüge bezichtigt. © imago/CoverSpot, Bernd Lauter, imago stock&people

Wenn man der Argumentation der RWE Glauben schenkt, sorgt sie sich vor allem um die Energieversorgung im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Und genau deshalb müsse auch unbedingt weiter Braunkohle abgebaut und der Hambacher Forst gänzlich gerodet werden. Immerhin könnten sonst 15% des Energiebedarfs in NRW nicht gedeckt werden. Sollten wir uns also nicht bei der RWE bedanken für den selbstlosen Einsatz für die Gemeinschaft?

Wer sich gerne verschaukeln lässt, sollte dies tun. Alle anderen sollten den Widerstand gegen die Rodung des Hambacher Forstes stattdessen intensivieren. Denn die Argumente der RWE sind falsch. 2015 hatte NRW einen Energieverbrauch von insgesamt 119 Terawattstunden (TWh). Die RWE allein produziert aktuell eine Gesamtleistung von 202 TWh. Davon 74 TWh aus Braunkohle. Würde sie die Braunkohleverstromung sofort einstellen, könnte sie noch immer allein den gesamten Bedarf von NRW abdecken - ohne Braunkohle. Und es bliebe noch ein Puffer für den Fall, dass der Gesamtbedarf in den letzten Jahren gestiegen sein sollte. Und sollte sich tatsächlich eine Bedarfslücke auftun, dürfte diese recht einfach zu schließen sein. Immerhin exportiert Deutschland aktuell 55 TWh mehr als importiert werden. Ein zunehmender Anteil davon ist übrigens Strom aus regenerativen Quellen.

Warum also ist die RWE so erpicht auf den Braunkohleabbau? Da dürfte es wohl in erster Linie um Profit gehen. Wie sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz letzte Woche bei Maybrit Illner: "Da liegen noch für viele Milliarden Braunkohle." Der Stromhandel läuft außerdem zunehmend über die Europäische Energiebörse (eex) in Leipzig. Hier decken sich vor allem Unternehmen mit großem Energiebedarf ein. Und hier läuft das Massengeschäft. Der Preis resultiert ganz klassisch aus dem Verhältnis Angebot zu Nachfrage. Da es in Deutschland aber nur vier Erzeuger gibt, die nennenswerte Mengen einspeisen, können diese Erzeuger den Preis allein dadurch stark beeinflussen, dass Sie Mengen reduzieren oder erhöhen. RWE gehört zu diesen vier Erzeugern, neben E-on, Vattenfall und EnBW. Dabei dürfte sich RWE nicht nur dumm, sondern dumm und dämlich verdienen. Darüber wie hoch die Gewinnmarge aus der Braunkohleverstromung ist, kann man nur spekulieren. Auf jeden Fall so hoch, dass RWE diese Zahlen lieber nicht veröffentlicht. Und die RWE muss auf die Erzeugung setzen. Denn der künftig lukrativste Teil der Stromversorgung, die Netze, verkauft RWE gerade an seinen Konkurrenten E-on. Wie dumm kann man sein?

Bleiben noch die Arbeitsplätze. 9.000 sind angeblich gefährdet, wenn keine Braunkohle mehr verstromt wird. Das ist natürlich tragisch und es muss nach vernünftigen Lösungen für die betroffenen Menschen gesucht werden. Aber RWE muss sich auch fragen lassen, was sie mit den Subventionen gemacht hat, die seit Jahrzehnten dafür gezahlt werden, dass man Arbeitsplätze aus dem Kohlebergbau in andere Bereiche überführt. Offensichtlich ist dies nicht in ausreichendem Maße erfolgt. Die Verantwortung dafür tragen RWE und die Politiker, die nicht kontrolliert haben, was mit den Subventionen passiert. Dieses Argument jetzt ins Feld zu führen, um zusätzlich die Umwelt der Menschen unnötig zerstören zu können, ist schäbig. Der Weg muss lauten, den Menschen zu helfen ohne den Hambacher Forst zu roden.

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur Politik. Die NRW-Landesregierung hat dafür gesorgt, dass die RWE das Recht zur Abholzung des Hambacher Forstes hat. Jetzt stehen dieselben Leute da und bedauern, dass man rechtlich keine Handhabe gegen RWE habe und deren Rechte mit Polizeigewalt durchsetzen müsse. Für dieses Verhalten ist schäbig ein viel zu harmloses Wort. Verlassen wir uns also nicht auf die Politik.

Blog vom 18. September 2018: Die Art und Weise, wie die Politik mit der Räumung des Hambacher Waldes vorgeht, wirft viele Fragen auf

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Im Hambacher Wald wird weiter geräumt. RWE scheint wild entschlossen, die Rodungssaison 2018 nicht wieder verstreichen zu lassen, sondern die kümmerlichen Reste des einst stolzen Hambacher Waldes zu roden. Bis zum 1. Oktober könnten alle Baumhäuser im Wald Geschichte sein und dann kommen die Sägen. Die Art und Weise, mit welcher Vehemenz dieser Einsatz durchgeführt wird, wirft aber viele Fragen auf.

Warum verbrennen wir im Hochtechnologieland Deutschland im 21. Jahrhundert immer noch schmutzige Braunkohle? Warum holzen wir, obwohl wir um den enormen Wert unserer Wälder wissen, weiter ab? Warum lässt man RWE gewähren, obwohl die Kohle-Kommission derzeit tagt? Was ist von einer Kommission überhaupt zu erwarten, die aus dem Wirtschaftsministerium geführt wird? Wieso sind in der Leitung der Kommission mit Matthias Platzeck und Stanislaw Tillich zwei bekennende Kohlebefürworter? Wo sind eigentlich die Politiker, die aus ihrem Elfenbeinturm in der Düsseldorfer Staatskanzlei die Demonstranten verteufeln? Wo ist NRW-Innenminister Herbert Reul, der die Aktivisten in die Nähe der G20-Randalierer aus Hamburg rückte? Was ist Ina Scharrenbach eigentlich für eine NRW-Heimatministerin, wenn sie die Heimat wegbaggern lässt? Wie viele Windräder hätte man für die Kosten des Polizeieinsatzes schon bauen können?

Würden sich die Reuls und Scharrenbachs mal auf den Weg nach Buir machen, würden sie sehen, dass aus allen gesellschaftlichen Schichten Menschen gegen diesen Irrsinn eintreten. Aus wirklich allen. Dörflich, urban, jung, alt, aus Initiativen, Parteien, Verbänden und Familien. Die Politik verspielt gerade sehr viel Kredit. Entweder sind die Damen und Herren wirklich der Welt entrückt oder sie kneifen einfach die Augen zu und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist. Doch der wird nicht vorbei gehen. Das Thema Klimaschutz ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es werden täglich mehr Bürger, die sich die Unverantwortlichkeiten der Politik nicht länger bieten lassen wollen. Nur hat das die Politik scheinbar immer noch nicht begriffen.        

Mittlerweile weiß man: Die Verstromung von Braunkohle verursacht enorme Kosten, die nicht im Strompreis enthalten sind, sondern die stattdessen von der Gesellschaft getragen werden müssen. Besonders genannt werden muss an dieser Stelle der Gesundheitsbereich, denn außer dem CO2 werden Feinstaub, Quecksilber und andere Schadstoffe in die Atmosphäre geblasen, die Menschen noch in 1.000 Kilometer Entfernung nachweislich krank machen. Zudem muss die öffentliche Hand Teile der Umsiedlung der Menschen bezahlen und es gibt nichtquantifizerbare Kosten wie psychosoziale Kosten der Umsiedlung und den Verlust von Bodenvielfalt und Bio-Diversität.

Dass die Demonstranten am Hambacher Tagebau so kriminalisiert werden, ist ein ganz trauriges Zeichen. Schließlich kämpfen sie auch für die Gesundheit und die Atemluft von Politikern, RWE-Managern und deren Kinder.  

Blog vom 11. September 2018: Die Politik muss den Klimawandel als Gesellschaftsproblem endlich erkennen

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Landwirtschaft auf kargen Böden in Afrika. Der Klimawandel macht Ackerbau wegen andauernder Trockenheit und verheerenden, aber kurzen Regenfällen zunehmend schwieriger. © dpa, epa Hrusa

In Deutschland diskutieren wir seit Monaten nur über ein Thema: Migration. Innenminister Horst Seehofer glaubt sogar, dieses Problem sei "die Mutter aller Probleme". Leider wird in dieser Debatte nur allzugern ausgeblendet, warum die Menschen fliehen. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat. Krieg, Hunger, Perspektivlosigkeit, das Leben in korrupten Regimen und in Diktaturen, die keine freie Meinung dulden, das alles sind Fluchtgründe. Doch ein Fluchtgrund entwickelt sich gerade erst und wird in diesem Jahrhundert zu einem bestimmenden Thema: Es ist der Klimawandel.

Meist ist es eine Summe verschiedener Faktoren, die die Menschen schlussendlich in die Flucht treibt. Doch der Klimawandel nimmt dabei immer mehr eine tragende Rolle ein. Selbst beim Ausbruch des Syrien-Kriegs 2011 trug eine jahrelange Dürre im Vorfeld der "Arabellion" zur Verschärfung der Lebenssituation der Menschen bei. Die Häufigkeit von schweren Dürren nimmt weltweit zu. Schlechtes Boden-Management, die Verdrängung von Kleinbauern, die Errichtung von Monokulturen, das alles sind Faktoren, die zusätzlich zum Klimawandel die Ernten vermiesen. Wenn dann noch eine Regenzeit ausbleibt oder die Regenschauer seltener, aber dafür viel intensiver fallen, dann stehen Tausende Familien, die ohnehin schon von der Hand in den Mund leben, schnell vor dem Nichts.

Und dann? Dann werden Menschen zur Flucht genötigt. Die meisten bleiben bei ihrer Flucht Binnenmigranten, das heißt, sie verlassen ihr Land nicht, sondern ziehen in die Städte oder zu Verwandten. Deshalb liegen einige der größten Städte der Welt wie Lagos in Nigerias mittlerweile in Entwicklungsländern. Nur ein Bruchteil der Menschen macht sich tatsächlich auf nach Europa. Wenn Innenminister Seehofer aber nun die Grenzen schließen will, um die aufgebrachten Gemüter hierzulande zu besänftigen, dann ändert das nichts am Problem. Denn die Grenzen zu schließen ist ein Herumdoktern an Symptomen, bekämpft aber nicht die Fluchtursache.

Daher ist es im Interesse aller Menschen, wenn die Politik den Klimawandel als großes Problem unserer Zeit endlich erkennt und ernst nimmt. Aus dem Klimawandel resultieren viele weitere Probleme. Wir müssen endlich verstehen, dass die Ressourcenausbeutung so nicht weitergehen darf, dass die Konsumspirale beendet werden muss, dass unendliches Wachstum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen schlichtweg nicht möglich ist. Naturvölker haben das schon lange begriffen. Wann schaffen wir das? Viel Zeit haben wir nicht mehr. 

Blog vom 1. September 2018: Das Festhalten an der Braunkohle ist Unsinn - und der Hambacher Wald muss trotzdem sterben

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Obwohl die Kohle-Kommission noch tagt bereitet sich RWE auf die Rodung des Hambacher Walds vor. Politik der vollendeten Tatsachen.

Im Mittelalter gab es tausende Müller, Köhler und Schmiede. Das erkennt man schon allein an der Masse der Müllers, Köhlers und Schmieds, die noch heute mit diesem Namen leben. Doch den Beruf des Köhlers üben die wenigsten noch aus. Wir haben andere Methoden gefunden. So ist es auch mit der Braunkohle. Wir haben andere Möglichkeiten entwickelt, Energie zu produzieren. Wir müssen nicht mehr Braunkohle verfeuern und damit unser Klima erwärmen. Wir bauen heute auch keine Dampfeisenbahnen mehr und ziehen nicht mit Pferden in den Krieg. Warum verfeuern wir weiter Braunkohle?

Braunkohle schneidet bei den Emissionen besonders schlecht ab. Von den fossilen Enegieträgern ist es der ineffizienteste. Für eine Kilowattstunde Strom werden 1.150 Gramm CO2 in die Luft geblasen. Bei Erdgas sind es nur 370 Gramm, so das Bundesumweltamt. Außerdem sind Braunkohlekraftwerke sehr unflexibel. Man kann sie nicht einfach an- oder abstellen, wenn genügend Energie aus anderen Quellen vorhanden ist. Gaskraftwerke sind da wesentlich flexibler.

Und daher ist es wirklich erschreckend, dass auch die Reste des uralten Hambacher Walds den Braunkohlebaggern zum Opfer fallen sollen. Viele Wissenschaftler sind sicher, wir können die Braunkohle im Boden lassen. Die Energieversorgung sei auch so gesichert, sagt zum Beispiel der Wissenschatfler Norman Gerhardt vom Fraunhofer-Institut. Und hätte man den Ausbau der Erneuerbaren vonseiten der Politik nicht so eingebremst, wären wir in dieser Frage auch schon wesentlich weiter. Wir könnten ohne die Braunkohle sogar die von der Politik längst aufgegebenen Klimaziele 2020 erreichen.

Wir erleben hier ein Vorzeigestück von Lobbyarbeit. Wenn dann auch noch Andrea Nahles von den Braunkohlefreunden der SPD die Entscheidung über eine Rodung des Hambacher Walds dem Energiekonzern RWE überlässt, dann ist wohl endgültig klar, dass wir von der Regierung in dieser Frage nichts zu erwarten haben. Das Schlimme ist, dass die Kreissägen möglicherweise schon ab 1. Oktober kreischen und den Restwald zerhäckseln während die Kohlekommission noch tagt. Das ist eine Politik der vollendeten Tatsachen. RWE darf das einfach machen und die Politik hält still. Geld vs. Klima 1:0.