Gekommen, um zu bleiben

Artemis-Programm: Rückkehr zum Mond auf der Suche nach Schätzen

von Karim Belbachir

Es ist 50 Jahre her, dass ein Mensch zuletzt auf dem Mond gelandet ist. Mit der Artemis-Mission der NASA wird momentan eine Rückkehr getestet. In nicht allzu ferner Zukunft sollen also neue menschliche Fußabdrücke auf dem Mond entstehen. Die Weltraumbehörde hat aber noch einiges mehr auf dem Erdtrabanten vor.

Mit Artemis 3 erstmals auch eine Frau auf dem Mond

Orion-Raumfähre auf dem Weg zum Mond
Mit der Orion-Raumfähre sollen wieder Menschen zum Mond fliegen.

Den Satz „Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ kennen wohl die meisten. Neil Armstrong sprach sie am 20. Juli 1969, als er als erster überhaupt im Rahmen des Apollo-Programms einen Fuß auf den Mond setzte. Elf weitere Menschen sollten in den folgenden drei Jahren noch folgen. Mit der Beendigung der Apollo-Missionen endete aber auch der Besuch von Menschen auf dem Mond. Die bisher letzten waren Harrison H. Schmitt und Eugene Cernan im Jahr 1972. Anschließend wurde es ruhig um mögliche Flüge zum Mond.

Mit der Artemis-Mission soll sich das ändern. Bisher waren nur US-Amerikaner auf dem Mond und außerdem ausschließlich Männer. In der Vorauswahl des Astronautenteams sind bisher neun männliche, sowie neun weibliche Raumfahrer bestimmt worden. Bei der ersten Mondlandung seit mehr als 50 Jahren mit Artemis 3 soll definitiv auch eine Frau mit dabei sein. Allerdings bleibt es vorerst wohl bei einer US-Landung. In den darauf folgenden Jahren sollen aber auch Astronauten aus anderen Ländern eingeladen werden.

Artemis 1 und 2 als Tests

The NASA Artemis rocket with the Orion spacecraft aboard stands on pad 39B at the Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Fla., Friday, March 18, 2022. While at the pad the rocket and Orion spacecraft will undergo a tests to verify systems and practi
Zu weiteren Tests wurde das Trägerraketensystem an die Startrampe am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gefahren.

Bevor es soweit ist, starten allerdings zwei Artemis-Missionen zum Mond. Artemis 1 dient dabei zum Test des neuen Trägerraketensystems (SLS) und der von Airbus gebauten Orionraumkapsel. Der Start ist noch in diesem Jahr geplant. Momentan wird die Trägerrakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida Tests unterzogen. Ein unbemannter Boden-Test musste am Sonntag, 3. April, allerdings abgebrochen werden, da es Probleme an der Startrampe gab.

Die Vorbereitungen laufen aber weiterhin auf Hochtouren. Schließlich ist für das kommende Jahr bereits eine bemannte Mission geplant. Mit dabei sein soll dann auch ein kanadischer Astronaut und bis zu drei des bisher vorbestimmten Teams aus Astronautinnen und Astronauten. Fest steht nur noch nicht, ob die Crew aus 2 oder 4 Mitgliedern besteht. Der Flug dient dazu die Arbeitsabläufe an Bord der Orion zu testen. Angelegt ist die Mission für 10 Tage, könnte sich aber noch auf bis zu 21 Tage verlängern.

Basis am Südpol des Mondes

Astronauten erkunden die Gegend um die Basisstation auf dem Mond
Auf dem Mond soll eine Basis gebaut werden, die eine Rückkehr zum Erdtrabanten jederzeit möglich macht.

Ab 2024 soll dann mit der Mondlandung begonnen werden. Ob das Datum jedoch einzuhalten ist, bleibt noch offen. Im vergangenen Jahr teilte die NASA mit, dass ein Start vor 2025 unrealistisch sei. Grund dafür sind die nicht bewilligten finanziellen Mittel für die Entwicklung der Mondlandefähren und ein Rechtsstreit mit der Firma Blue Origin. Ein Start verschiebt sich dementsprechend wohl. Nichtsdestotrotz sind nach Artemis 3 ab 2027 jährlich Landungen auf dem Mond geplant.

Auf dem Erdtrabanten soll eine Basis aufgebaut werden. Zwei der vier Astronauten landen mit der Starship-Mondlandefähre am Südpol des Mondes. Darunter dann auch die erste Astronautin auf dem Mond. Um die Missionen steuern zu können, wird in der Mondumlaufbahn die Raumstation LOP-G platziert. Von dort aus sollen dann Landungen auf dem Mond ausgehen. Außerdem werden spezielle Missionen von dort gesteuert, die dazu dienen, Materialien auf den Mond zu bringen, die für den Bau der Basis notwendig sind. In ferner Zukunft soll die nicht durchgängig bemannte LOP-G auch ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Mars sein.

Seltene Rohstoffe auf dem Mond

Orion dockt am Lunar Orbital Platform-Gateway an
Die Orion-Raumfähre (links) dockt an die Lunar-Orbital-Platform-Gateway-Station an. Von hier aus sollen dann die Missionen auf dem Mon gesteuert werden.

Der Südpol wurde ausgesucht, weil dort Wasser vermutet wird, das wiederum wichtig ist für die Station auf dem Mond und zur Herstellung von Treibstoff. In der Region scheint die Sonne das ganze Jahr über und trotzdem gäbe es dort Krater, wo sie nicht hinlangt. Dort hoffen die Wissenschaftler Wassereis zu finden. Dementsprechend hat die Weltraumbehörde NASA auch unbemannte Missionen geplant, um die mehr Informationen über die Gegend zu erhalten. Mit Artemis 3 fliegt auch das von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA gebaute Servicemodul ESM. Neben Sauerstoff und Treibstoff hat es auch Wasser und andere nützliche Gerätschaften an Bord, die die Astronauten für das Überleben auf dem Mond benötigen

Die Mondlandung hat aber auch einen kommerziellen Zweck. So soll dort nach Rohstoffen gesucht werden. Es werden seltene Erden auf dem Mond vermutet, wie auch Helium 3, das für Nuklearenergie gebraucht wird. Es gilt als Brennstoff der Zukunft und kommt auf der Erde nur sehr selten vor. Damit wäre eine Kernfusion möglich bei der kein radioaktiver Müll anfällt. Bis es soweit ist, muss allerdings erst wieder ein Mensch einen Fuß auf die Oberfläche des Mondes setzen.

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(kfb)