Deutschland fast Müll-Europameister

Müll-Irrsinn: 40 Millionen Tonnen für die Tonne

von Claudia Träger

Wer viel konsumiert, produziert auch viel Müll. Fast kein Land der Europäischen Union macht das so ausgiebig wie Deutschland. Und das seit Jahren. Trotz aller Aufrufe, die Wegwerf-Mentalität abzulegen, sinkt die Müllproduktion nicht. Im Jahr 2020 hat der deutsche Haushaltsmüll sogar den Höchstwert des Jahrtausends erreicht. Jede und jeder hat über die Müllabfuhr 632 Kilogramm Sachen einfach weggeschmissen.

Im Video sehen Sie, wie viel Müll davon in unseren Meeren landet.

Deutschland auf Platz 4 bei der Europäischen Müllmeisterschaft

Deutschland produziert so viel Müll wie kaum ein anderes Land in der EU.
So viel Müll in Europa! Und Deutschland ist ganz vorne mit dabei.

Die Statistikbehörde Eurostat hat Daten zu kommunalen Abfällen ausgewertet: Jede Person in Deutschland entsorgte demnach im Jahr 2020 im Durchschnitt 632 Kilogramm Müll, Abfall, Reste, nicht mehr Gebrauchtes. Das macht Platz 4 im EU-Ranking der Müll-Produktion. Mehr Müll als in Deutschland produzierten 2020 nur die Menschen in Dänemark (845 Kilogramm), Luxemburg (790 Kilogramm) und Malta (643 Kilogramm).

Ungenutztes, Kaputtes, Schlechtes, Aussortiertes aus dem Haushalt mit einem Gewicht von rund 39,6 Millionen wanderte insgesamt im Jahr 2020 in Deutschland in den Müll. Haushaltsabfälle setzen sich aus Haus- und Sperrmüll, getrennt erfassten Bioabfällen und getrennt gesammelten Wertstoffen zusammen.

Aufkommen an Haushaltsabfällen in Deutschland (in Millionen Tonnen)

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Im Jahr 2020 fielen in Deutschland rund 39,6 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle an.

Recycling-Anteil wächst wenigstens auch

Gibt es denn auch positive Entwicklungen? Naja… Ganze sieben EU-Staaten schafften es, die Pro-Kopf-Menge der kommunalen Abfälle im Vergleich zu 1995 zu verringern, beispielsweise Bulgarien, Ungarn und Slowenien. Und: Fast ein Drittel des Abfalls sei recycelt worden. Das ist immerhin ein Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu 1995. Dass Rumänien dem Müll eine Abfuhr erteilt und als Müll-Schlusslicht nur 287 Kilogramm Müll pro Kopf produziert, liegt aber wohl eher an der schwachen wirtschaftlichen Situation als an besonderem Umweltbewusstsein.

Ganz vergleichbar sind die Mengen länderübergreifend allerdings nicht. Laut Eurostat gebe es Unterschiede, wie der Müll gesammelt werde und was außer Haushaltsmüll zu den kommunalen Abfällen zähle.

Besonders irrsinnig sind die Mengen an Verpackungsmüll. Denn die Nutzungszeit der Verpackung ist nur kurz. Produziert für den Müll sozusagen. Dabei gibt es einfache Wege, speziell diesen Müll zu vermeiden: 10 Tipps.

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(ctr)