Regen statt Schnee auf 3.200 Metern Höhe

Grönland: Hier hat es zuvor noch nie geregnet

Regen auf dem höchsten Punkt des Grönland-Eises. Das ist eine Sensation.
Zwei Studenten der New York University, die hier an einer Forschungsexkursion teilnehmen, sitzen auf einem Felsen mit Blick auf den Helheim-Gletscher. Am höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes hat es am Wochenende zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen geregnet. © dpa, Felipe Dana, FD WM hen wst pil

Regen statt Schnee an Grönlands höchstem Eis-Punkt

Ist jetzt selbst Grönland zu warm für Schnee? Am höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes hat es am Wochenende zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen geregnet. Der Gipfel befindet sich auf einer Höhe von 3.216 Metern über dem Meeresspiegel. Gewöhnlich fällt hier der Niederschlag als Schnee.

Regen auf dem Gipfel vom Grönland-Eis

Neun Stunden über Null - das Eis schmolz dahin

Am 14. August lagen die Temperaturen etwa neun Stunden lang über dem Gefrierpunkt. Gewaltige Mengen Eis und Schnee schmolzen weg.

Erst im Juli hatte es laut National Snow and Ice Data Center in Boulder (USA) einen Zustrom von warmer Luft gegeben, der zu einer großen Eisschmelze führte.

Die Wissenschaftler sehen den Klimawandel als Ursache des Wärmeeinbruchs. Große Schmelzereignisse häufen sich. Instrumentellen Aufzeichnungen zufolge gab es ähnliche Ereignisse 1995, 2012 und 2019, also alle in den letzten 30 Jahren. Allerdings war nach Bohrkernanalysen auch im späteren 19. Jahrhundert schon einmal so viel Eis geschmolzen. Aber die Häufung der Ereignisse spricht eine klare Sprache.

Grönland zu warm für Schnee?

Grönland zu warm für Schnee? Zum ersten Mal hat es dort auf 3200 Meter Höhen geregnet.
Eisberge treiben im Sermilik Fjord an der südöstlichen Küste Grönlands. Die Eisberge hatten sich schon 2009 im August vom Helheim-Gletscher gelöst. © dpa, epa HO, lb_ax_lf tmk

Beispiellose Wetter-Ereignisse

Ted Scambos, einer der Wissenschaftler vom National Snow and Ice Data Center, hält das Ereignis für einen weiteren Beweis, das Grönland sich besonders schnell erwärmt. „Was da vor sich geht, ist nicht einfach eine warme Dekade oder zwei in einem sich ständig verändernden Klimamuster. Es ist beispiellos.“

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(ctr/dpa)