So warm war es bei uns noch nie

Klimawandel in Europa: Das Jahr 2020 bricht Rekord

Der Klimawandel in Europa: Das Jahr 2020 bricht den Wärmeekord
Corona kann den Klimawandel nicht stoppen: Es wird immer wärmer in Europa. © Getty Images/iStockphoto, Xurzon

Globale Erwärmung ist nicht zu stoppen

Die Corona-Krise hat dem Klima nichts genützt. Der Rückgang im Verkehr durch die Pandemie schien den CO2-Ausstoß zwar zunächst gebremst zu haben. Doch die globale Erwärmung schreitet voran. Besonders besorgniserregend steigt die Temperatur in der sibirischen Arktis.

Der Klimawandel macht keine Pause

Das vergangene Jahr war für Europa das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus (C3S) in seinem European-State-Of-The-Climate-Report mit.

Auch wenn es im vergangenen Sommer weniger extreme Hitzewellen gab als in den vorherigen Jahren, stieg der Temperaturdurchschnitt insgesamt an. Denn Herbst und Winter waren auf dem europäischen Kontinent nie wärmer als im Jahr 2020. Der Winter lag sogar um 3,4 Grad Celsius über dem Durchschnitt der drei Jahrzehnte von 1980 und 2010. Besonders warm war es im Nordosten Europas.

C3S-Direktor Carlo Buontempo mahnte dementsprechend zur Eile im Kampf gegen die Klimaerwärmung: „Wir müssen unsere Bemühungen beschleunigen, um zukünftige Risiken zu minimieren“, erklärte er.

Das Jahr 2020 in Europa: So warm war es noch nie.
Grüne Wiesen statt Schnee: Der Winter 2020 in Europa war besonders warm. © dpa, Uwe Lein

Weltweit gesehen war 2020 das drittwärmste Jahr

Auch global zeigt die Temperaturkurve nach oben: 2020 war laut dem Bericht weltweit eines der drei wärmsten aller bisher erfassten Jahre. Besonders besorgniserregend schreite die Erwärmung in der sibirischen Arktis voran. Dort lagen die Temperaturen teilweise 6 Grad höher als im Referenzzeitraum.

Treibhausgas-Emissionen: Weniger CO2, mehr Methan

Die Hoffnungen, dass die Coronakrise wenigstens gut fürs Klima sei, wurden leider nicht bestätigt. Auch die Treibhausgaskonzentrationen stiegen im Jahr 2020 laut dem Bericht weiter. Seit Beginn der satellitenbasierten Messungen 2003 wurden in der Atmosphäre noch nie so hohe jährliche Treibhausgas-Konzentrationen festgestellt.

Unterschiedlich entwickelten sich hier aber Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4). Die CO2-Konzentration nahm etwas langsamer zu als zuletzt. Reduzierte Aktivitäten etwa im Flug- und Straßenverkehr während der Corona-Pandemie sind vermutlich der Grund.

Der Anstieg der CH4-Konzentration beschleunigte dagegen. Eine wesentliche Quelle von Methan ist die Tierhaltung. Daneben entstehen Emissionen beim Steinkohlenbergbau, bei der Gasverteilung und auf Mülldeponien.

Methan ist eines der bedeutendsten Klimagase und mitverantwortlich für den Klimawandel.
Die Tierhaltung zur Fleischproduktion ist eine der größten Methanquellen. © deutsche presse agentur

Was steckt hinter Copernicus (C3S)?

Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Er stützt sich auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus sowie auf Modellrechnungen.

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