Klimawandel: Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt

Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt

Deutschland ist von der Erderwärmung voll betroffen. Die Temperaturen steigen bei uns schneller als im globalen Durchschnitt. Das geht aus Daten hervor, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Berlin vorstellte. Seit 1881 hat sich Deutschland demnach um 1,4 Grad erwärmt.

Globale Erwärmung
In Kitzingen in Franken wurde 2015 ein Temperaturrekord gemessen. © dpa, Nicolas Armer

International habe der Wert seitdem bei etwas unter einem Grad gelegen, wie DWD-Experte Thomas Deutschländer erklärte. Als Grund nannte er auch die geografische Lage. "Land erwärmt sich schneller als Wasser", sagte er. Die Entwicklung sei daher erwartbar gewesen. Die Mitteltemperatur der vergangenen 25 Jahre lag demnach hierzulande mit 9,2 Grad genau 1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. 2015 hatte es mit 40,3 Grad in Kitzingen auch einen neuen Hitzerekord für Deutschland gegeben.

"Das ist erlebter Klimawandel", so Deutschländer. Dem Meteorologen zufolge waren 23 dieser 25 Jahre zu warm. Dazu beigetragen habe auch das vergangene Jahr - es war zusammen mit 2000 und 2007 das zweitwärmste seit Beginn der Messreihe.

"Auffällig war: Bis Ende Oktober war ein solcher Platz auf dem Treppchen noch nicht absehbar", sagte Deutschländer. Ausschlaggebend seien der außergewöhnlich milde Spätherbst und Temperaturrekorde im November und Dezember gewesen. In den beiden Monaten war es demnach zudem besonders trocken. "Unter dem Strich lassen sich die Auswirkungen dieser Witterung zumindest regional nur mit einem Wort treffend beschreiben: Dürre", so Deutschländer.

In Regionen mit ausgeglichener Niederschlagsbilanz oder gar zu viel Regen sei im vergangenen Jahr überwiegend Starkregen vom Himmel gekommen.

Selbst regional gibt es hierzulande große Unterschiede. Welche? Berlin ist das wärmste und trockenste Bundesland. Im vergangenen Jahr lag die Durchschnittstemperatur dem DWD zufolge bei 10,8 Grad. Der deutschlandweite Mittelwert betrug 9,9 Grad. Grund für die Wärme in der Hauptstadt ist den Meteorologen zufolge eine Art Insel-Effekt: In der Stadt ist es insgesamt wärmer als in den umliegenden Regionen.

Das sonnenreichste Land war 2015 allerdings Baden-Württemberg mit 1.862 Sonnenstunden. Der Bundesschnitt lag bei 1.743 Stunden. Den meisten Niederschlag gab es 2015 in Schleswig-Holstein, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hamburg, die sich den zweiten Platz teilen.