Gletscherschmelze geht unvermindert weiter

Selbst ein mieser Sommer hilft den Gletschern in den Alpen nicht

Was heißt das für unsere Trinkwasserversorgung?

Dieser Sommer macht uns allen keinen Spaß, das ist klar. Es ist kühl, regnerisch und wir hatten eigentlich kaum mal eine stabile Phase. Die Verabredung für den See oder das Schwimmbad waren immer mit großen Unsicherheiten belastet. Aber was hat dieser Sommer mit unseren Alpengletschern gemacht? ist für die ein schlechter Sommer nicht ein guter? Jein.

Ein schneereicher September kann das Gletscherjahr noch retten

16.08.2021, Schweiz, Fiesch: Menschen beobachten den Aletschgletscher vom Aussichtspunkt Eggishorn oberhalb von Fiesch.
Der Aletschgletscher in der Schweiz ist der größte der Alpen. Viele kleinere werden in den nächsten Jahre verschwinden. © dpa, Jean-Christophe Bott, jcb luel

Fangen wir mal so an: Ein Gletscherjahr geht nicht vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, sondern von Anfang Oktober bis Ende September. Dann wird überprüft ob und wie viel Masse der Gletscher verloren hat. Man spricht dann von einer positiven oder negativen Massebilanz.

Man sollte nun denken, dass dieser Un-Sommer die Gletscherschmelze gestoppt hat, aber dem ist leider nicht so. Die Gletscher schmolzen einfach nur etwas weniger schnell. Das Gletscherjahr ist noch nicht zu Ende und wenn der September viel Neuschnee auf den Alpengipfeln bringt, dann könnte der ein oder andere Gletscher tatsächlich in seinem Schrumpfen gestoppt worden sein.

In nur 15 Jahren fast 20 Prozent der Masse verloren

Neustift Stubaital, Tirol
Skifahren auf dem Gletscher: Unseren Alpengletschern geht der Lebensraum aus, die Alpen erwärmen sich zu stark. © imago images/ZUMA Wire, Sachelle Babbar via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das wäre total wichtig, denn die Gletscher sind nicht nur bei Ausflüglern und Skifahrern beliebt und natürlich ein tolles Fotomotiv, sondern sie erfüllen auch eine wichtige Funktion: Sie speichern Süßwasser und geben es in den Sommermonaten ab. Das füllt unsere Flüsse und teilweise auch Talsperren auf und die wiederum sind unsere Trinkwasserspeicher. Ohne die Alpengletscher können in den Sommermonaten im schlimmsten Fall Flüsse trocken fallen. Das wäre dann auch für unsere gesamte Infrastruktur – Stichwort Schifffahrt – ein Problem. Und der Landwirtschaft fehlte dann wichtiges Wasser zum Bewässern der Felder.

Besonders problematisch ist, dass der alpine Raum sich stärker auswärmt als der Rest. In den Alpen ist die Durchschnittstemperatur schon um etwa 2 Grad gestiegen. Das heißt, den Gletschern geht schlichtweg der Lebensraum aus – sie werden verschwinden. So haben unsere Alpengletscher in nur 15 Jahren (von 2000 bis 2014) 17 Prozent ihrer Masse eingebüßt. Wahnsinn.

Es hilft nur eines: Raus aus den fossilen Brennstoffen

Das Verschwinden können wir nach gängiger Meinung der Forscher kaum mehr stoppen. Wir können es aber verlangsamen und unser Leben daran anpassen. Immerhin hat dieser miese Sommer ein bisschen dazu beigetragen, die Gletscherschmelze zu verlangsamen.

Wichtiger für das Überleben der Gletscher ist aber der schnelle Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas und Öl.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemenhaben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen,können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die TVNOW-Doku um Online Stream

(osc)