Wenn ein Kaltluftvorstoß den Sommer ausbremst

Schafskälte statt Hochsommer? Wettervorhersage für Juni 2022

Ein Kälterückfall Anfang oder Mitte Juni ist nichts Ungewöhnliches. Schafskälte wird dieses Phänomen genannt. Weil der Zeitraum für die Schafskälte vom 4. bis 25. Juni sehr breit ausfällt, gibt es häufig einen Treffer. Noch ist es zu lange hin, um eine Prognose zu stellen, ob es eine Schafskälte 2022, eher das Gegenteil mit Hitze oder einen ganzen normalen Juni geben wird. Wer trotzdem eine erste Azussage lesen will: Im 42-Tage-Trend ist der Zeitraum fast schon komplett erfasst.

Unter "Schafskälte" versteht man eine meteorologische Singularität. Die Bezeichnung stammt daher, dass die Hirten am Ende des Frühjahrs ihre Schafe scheren. Kam danach noch mal die Kälte, war das nicht gut für die Tiere.
Den Namen „Schafskälte“ hat die meteorologische Singularität deshalb bekommen, weil die Hirten zum Ende des Frühjahrs ihre Schafe scheren. Wenn's dann nochmal kalt wird, ist das ziemlich doof für die Schafe.

Was ist die Schafskälte eigentlich?

Diese meteorologische Singularität tritt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (80 %) jedes Jahr zwischen dem 4. und 25. Juni auf. Besonders häufig ist das Eintreffen (Wahrscheinlichkeit 89 %) der Schafskälte um den 11. Juni herum.

Den Namen Schafskälte hat dieses Phänomen deshalb bekommen, weil die Hirten zum Ende des Frühjahrs ihre Schafe scheren. Bei einem Kälterückfall stehen die Schafe ohne schützende Wolle da. Bei besonders niedrigen Temperaturen ist die Situation für die Tiere sogar durchaus lebensbedrohlich.

Bei einer gut ausgeprägten Schafskälte ist die Temperatur im Vergleich zum langjährigen Mittel etwa 4 Grad kühler.

So kommt es zu einem Kälterückfall im Juni

Die Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete ist eine Voraussetzung für die Schafskälte.
So kann es zur Schafskälte kommen: Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten bei einem klassischen Kälterückfall im Juni.

Im Zeitraum 4. bis 25. Juni tritt in Deutschland bzw. Mitteleuropa häufig ein Kälterückfall auf. Aufgrund einer bestimmten Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten (siehe Bild) in Europa kann kalte Polarluft angezapft werden und sich Richtung Deutschland auf den Weg machen. Ein klassisches Beispiel hierfür wäre ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln und ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien.

Das Hochdruckgebiet dreht sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn, das Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn.

Zwischen den beiden Druckgebilden strömt die Luft dann aus nordwestlichen bzw. nördlich gelegenen Regionen zu uns. Eine Nordwest- bzw. Nordströmung entsteht.

Kalte Nordsee begünstigt Kaltluftvorstöße

Diese Verteilung der Druckgebilde tritt gehäuft im oben genannten Zeitraum auf. Hinzu kommt, dass sich Land- und Wassermassen im Frühjahr unterschiedlich stark erwärmen. Die Nordsee hat sich dann noch nicht so sehr erwärmt wie der europäische Kontinent. Entsprechend können Kaltluftvorstöße markant ausfallen, weil die kalten Luftmassen aus dem Norden sich auf dem Weg nach Deutschland kaum über dem Meer erwärmen können. Im Sommer gleichen sich Land- und Wassertemperaturen dann aber immer weiter an, womit die Kaltlufteinbrüche immer geringere Ausmaße bekommen.

Wie sahen die letzten Jahre aus?

2020: sommerlich bis hochsommerlich, teils über 30 Grad

2019: meist hochsommerlich und schwülwarm

2018: ab dem 13.06. (15 – 18 Grad)

2017: ab dem 06.06. (16 – 20 Grad)

2016: ab dem 09.06. (17 – 20 Grad)

2015: ab dem 09.06. (13 – 18 Grad)

2014: ab dem 19.06 (15 – 26 Grad)

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