Lösung der Energiesorgen?

Erde verliert seltenes Edelgas Helium 3 aus dem Erdkern

von Karim Belbachir

Aufgespaltene Erde mit dem Kern im Inneren des Planeten
Die Erde verliert Helium 3, das aus dem Planeteninneren mit dem Magma an die Oberfläche gelangt.

Mit dem Artemis-Programm der NASA hat die Jagd nach dem Edelgas Helium 3 Fahrt aufgenommen. Das auf der Erde äußerst selten vorkommende Gas wird auch in den obersten Regolith-Schichten des Mondes vermutet. Es gehört zu den Stoffen aus denen auch die Erde entstanden ist. Doch ist es wirklich so selten und könnte es die Energiesorgen der Zukunft lösen?

Riesige Mengen Helium 3 noch im Erdinneren

Vulkanausbruch, glühende Lava, Rauch und Asche, Eldfell Vulkan, Heimaey, Westmann Inseln, Island, 1973, Europa | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
In der Nähe von aktiven Vulkanen wurde bereits eine höhere Konzentration von Helium 3 festgestellt.

In seiner Studie vermutete der Geophysiker Peter Olson von der US-amerikanischen Universität von New Mexico, dass es noch riesige Mengen davon im Erdkern gibt und es nach und nach von dort an die Oberfläche wandert. In der Studie des Forschers wird der Kern als Hauptquelle des Isotops ausgemacht. Von Helium 3 versprechen sich Wissenschaftler weltweit eine „saubere“ Kernfusion mit der die Energiesorgen der Zukunft gelöst werden könnten.

Rund 2.000 Gramm treten laut Olson aus dem Erdinneren aus. Wie Olson berichtet, sei das in etwa soviel, um „einen Ballon von der Größe eines Schreibtisches zu füllen“. Dies sei gleichzeitig ein Hinweis auf die Entstehung der Erde. Denn im frühen Stadium sei Helium 3 einer der Hauptzutaten gewesen. Als sich der Planet bildete, sammelte sich Helium 3 an. Das Isotop gehöre zu den Gas- und Staubpartikeln, die kurz nach dem Urknall entstanden seien.

Der Stoff aus dem Planeten entstehen

Erde kollidiert mit einem weiteren Planeten in der frühen Phase des Sonnensystems
In der Wissenschaft gibt es die Vermutung, dass die frühe Erde vor 4 Milliarden Jahren mit einem Himmelskörper von der Größe des Mars kollidierte und sich dadurch der Mond bildete.

Aus dieser riesigen Wolke des Sonnennebels sei dann auch die Erde entstanden. Als die Kruste sich verfestigte, sei eine riesige Menge Helium 3 im Planeteninneren eingeschlossen worden. Mit der Aktivität im Inneren gelangt dieses Edelgas an die Oberfläche. Dort angekommen, verflüchtigt es sich. Gerade in der Nähe von Vulkanen, wo Magma an die Oberfläche austritt, ist eine höhere Konzentration des Gases festgestellt worden.

Zwar habe eine angenommene Kollision mit einem weiteren Himmelskörpers von der Größe des Mars dazu geführt, dass eine immense Menge Helium 3 ins All abgegeben wurde. Aus dieser Kollision, so wird angenommen, sei auch der Mond entstanden. Im Erdinneren habe sich allerdings noch Helium 3 gehalten. So vermuten es die Forscher.

Sonne schleudert Helium-Atome ins Weltall

Die Sonne schleudert Partikel ins Weltraum.
Die Sonne schleudert ständig Helium-Atome mit ihren Sonnenwinden in die Weiten des Alls.

Helium 3 kommt im Weltraum recht häufig vor. Sterne schleudern das Isotop hinaus in die großen Weiten des Alls. So landet es schließlich auch auf dem Mond, wo es in die Oberfläche eindringt. Das ist nur deshalb möglich, weil der Mond nicht über eine Atmosphäre oder ein Magnetfeld verfügt. So können die Helium- Atome ins Regolith eindringen. Regolith ist Sammelbegriff für unterschiedliche Typen von nicht bzw. gering verfestigtem Material, welches das unverwitterte Festgestein überlagert.

Da die Untersuchungen und Modellberechnungen noch einigen unbewiesenen Annahmen basieren, erhoffen sich der Geophysiker Olson und sein Team weitere Hinweise von anderen Gasen, die auch zu den ursprünglichen Partikeln im Weltall zählen wie Wasserstoff. Dieser tritt an ähnlichen Stellen und Mengen an die Erdoberfläche wie Helium 3 und könnte den Kern als Quelle identifizieren.

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(kfb)