Gewitter-Superzellen bringen mächtige Hagelkörner

Zerstörerischer Hagelsturm und Überflutungen - wieder Unwetter in Italien und Deutschland

Unwetter-Schäden in mehreren Regionen

Es hört einfach nicht auf. Wieder gab es Unwetter, liefen Keller voll, wurden Straßen geflutet. Diesmal traf es besonders den Süden Deutschlands und ganz extrem Norditalien. Dort fielen Eisbrocken so groß wie Tennisbälle vom Himmel. Es war, als ob es Steine regnen würde. In Bayern bildete sich ebenfalls eine Superzelle, die Hagelkörner mit einem Durchmesser von über 5 Zentimeter produzierte. Dort kam es auch zu Überschwemmungen.

Starkregen in Bayern: 67 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde

Regensummen seit Montag um Mitternacht
Regensummen seit Montag um Mitternacht: Im Allgäu schüttete es besonders heftig. © wetter.de

Ein Schwerpunkt der Schäden lag in Bayern. Im Allgäu hatte sich am späten Nachmittag und frühen Abend eine sogenannte Superzelle gebildet, welche innerhalb von einer Stunde nicht nur heftigen Starkregen von über 60 Liter pro Quadratmeter brachte (Sonthofen 67 l/qm), sondern vor allem auch recht großen Hagel von vereinzelt über 5 Zentimeter Durchmesser produzierte. Auch heftige Windböen waren mit dabei. In Stimpfach-Weipertshofen wurden 117 km/h gemessen.

Schweres Hagelunwetter beim Irschenberg

Vier Verletzte nach umgestürztem Baum in Baden-Württemberg

Im baden-württembergischen Rastatt fiel ein Baum bei einem Gewitter um und verletzte vier Menschen - darunter einen schwer. In Lügde in Nordrhein-Westfalen sorgte ein starker Gewitterschauer für Überschwemmungen in mehreren Straßen.

Kräftiger Regen auch in Norddeutschland

Auch in Norddeutschland gab es einige Einsätze: Im Leitstellenbereich Kiel meldete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze im Laufe des Abends. Etliche Keller waren nach starken Regenfällen vollgelaufen.

Auf der Autobahn 19 Berlin-Rostock wurden an der Mecklenburgischen Seenplatte nach Angaben der Polizei sieben Menschen leicht verletzt, weil ein Auto beim Überholen wohl durch einen plötzlich einsetzenden Regenguss ins Schleudern geraten war.

Da heißt es nur, in Deckung gehen: Hagel-Brocken donnern vom Himmel

In Norditalien sah es aus – und hörte sich auch so an –, als fielen Steine vom Himmel, aber es war Hagel. Eisbrocken so groß wie Tennisbälle. Auf der A1 zwischen Mailand und Parma wurden hunderte Autos beschädigt. Die Autobahn wurde zeitweise gesperrt.

Wie kann so großer Hagel entstehen? Superzellen machen's möglich

Grundsätzlich gibt es sehr großen Hagel immer nur in Zusammenhang mit sogenannten Superzellen. Das sind mächtige Gewitterzellen, die rund 9 bis 10 Kilometer hoch in den Himmel reichen. Im Gegensatz zu normalen Gewitterzellen weisen sie noch eine Rotation auf, sie drehen sich. Im schlimmsten Fall kann es bei solch rotierenden Superzellen neben großen Hagel auch Tornados geben.

Animation: So entsteht eine Superzelle

So hängen Superzellen und Hagel zusammen

Neben den normalen Bedingungen für Gewitter (feuchte und energiereiche Luft sowie schnelles Aufsteigen) müssen für die Entstehung von Superzellen noch sich mit der Höhe richtungsändernde und zugleich zunehmende Winde vorhanden sein. Dadurch werden der Auf- und Abwindbereich der Gewitterzelle voneinander getrennt, was die Hagelentstehung sehr begünstigt.

Man kann es sich vereinfacht so vorstellen, dass beim Aufsteigen durch Kondensation Wassertröpfchen entstehen, welche in der Höhe bei Minustemperaturen dann zu Eiskugeln werden. Durch die extremen rotierenden Aufwinde können diese Eiskügelchen sehr lange gegen die Schwerkraft in der Luft gehalten werden und somit immer weiter anwachsen. Irgendwann werden sie so groß und schwer, dass sie dann mit voller Wucht als Hagel zu Boden fallen und in der Kürze der Zeit auch nicht mehr auftauen können.

All diese Bedingungen waren ideal von Norditalien über die Schweiz und Österreich bis nach Bayern gegeben. Überall dort gab es Superzellen mit großen Hagel.

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