Haareis: Eiskalte Schönheit

Haareis, Eisbildung auf Totholz, Deutschland, Baden-Wuerttemberg | angel's hair, filigree hair ice on dead wood, Germany, Baden-Wuerttemberg | Verwendung weltweit
Filigranes Eisgebilde: Haareis auf Totholz © picture alliance / blickwinkel/M, McPHOTO/U. Schwenk

Eis, kein Schnee

Gerade ist es in den Wäldern von Eifel und Bergischem Land (und wahrscheinlich auch woanders) immer wieder zu sehen: Schneeweißes „Zeug“ an herabgefallenen Ästen und Zweigen zwischen braunem Laub. Weit und breit kein Schnee, aber an diesen Stellen sollen sich ein paar Flocken versammelt haben? Oder handelt es sich um Schneereste? Nein, es ist kein Schnee, sondern Haareis, das auch Eiswolle genannt wird.

Haareis aus Wasser von Totholz

So entsteht Haareis
Haareis: Eiskalte Schönheit © picture alliance / Arco Images, L. Werle

Das Haareis ist ein filigranes und nur selten zu beobachtendes Konstrukt. Es besteht aus feinen Eisnadeln, die sich auf feuchtem Totholz und morschen Ästen bilden können. Das Wasser entzieht es dem Holz, nicht der Luft. Temperaturen um den Gefrierpunkt und hohe Luftfeuchtigkeit sind die Bedingungen für das manchmal auch an Zuckerwatte oder Silberlocken erinnernde Phänomen.

Wie entsteht das Haareis?

01.12.2019, Schmitten (Hessen): Haareis an Totholz im Wald am Großen Feldberg. Haareis ist selten und entsteht nur bei bestimmten Bedingungen. | Verwendung weltweit
Wenn Haareis entsteht, ist es zwischen dem alten Herbstlaub leicht zu sehen. © picture alliance / Jan Eifert, Jan Eifert

Seine Entstehung ist aber noch nicht final geklärt. Die physikalische Erklärung ist wie folgt:
Wasser hat bei einer Temperatur von 4 Grad das geringste Volumen (Anomalie des Wassers). Wird es abgekühlt, dehnt es sich aus. Wenn im Innern des feuchten Totholzes nun beispielsweise anfangs 4 Grad herrschen und das Wasser dann abkühlt, weil es draußen kälter wird, wird es durch die Totholz-Poren nach außen gedrückt. An der kalten Luft gefriert es sofort zu feinen Eiskristallen. Aus dem Innern drängt das Wasser immer weiter nach und außen wachsen so die Kristalle zu feinen Fäden zusammen.  

Andere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass darüber hinaus eine bestimmte Pilzart für Entstehung von Haareis entscheidend ist.

In jedem Fall sind die Haareisbüschel faszinierend und hübsch anzusehen.