Allein die Westantarktis kann Meeresspiegel um einen Meter heben

Bedrohung für die Küstenstädte: Gigantische Eisschmelze in der Westantarktis

Wettermoderator Christian Häckl über die Eisschmelze in der Westantarktis

Das Eis der Antarktis schmilzt. Es sind immer noch gigantische Mengen an gefrorenem Wasser, die unseren Planeten bedecken. Es ist das größte Süßwasserreservoir, das wir haben. Aber die Klimaerwärmung ist unerbittlich und jeden Tag geht uns Eis verloren. In riesigen Mengen. Heute schauen wir vor allem auf den westantarktischen Eisschild, der sehr schnell immer kleiner wird. Mit krassen Folgen.

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Jährlicher Eisverlust in der Westantarktis hat sich verdreifacht

Gigantischer Riss im Larsen-C-Schelfeis in der Antarktis.
Gigantischer Riss im Larsen-C-Schelfeis in der Antarktis. Das Eis der Westantarktis taut sehr schnell. © dpa, wst

Fangen wir heute mal mit einer Zahl an, die ziemlich viel Raum einnimmt. Es ist diese hier: 28.000.000.000.000. So viele Tonnen Eis sind uns laut Berechnungen von Wissenschaftlern alleine seit 1994 verloren gegangen. Ein Wahnsinn. Wie die Zeitschrift „Scinexx“ berechnete, könnte man mit diesem Eis ganz Großbritannien unter einer 100 Meter dicken Eisdecke verstecken.

Riesiges Loch unter der Westantarktis: 14 Milliarden Tonnen Eis verschwunden

Den größten Anteil am Eismasseverlust hatte die Westantarktis, wo sich der jährliche Eisverlust von durchschnittlich 53 Milliarden Tonnen (1992 bis 2012) auf 159 Milliarden Tonnen (2012 bis 2017) verdreifachte. Das Eis dort schmilzt also wesentlich schneller dahin als anderswo.

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Jährlich 250 Milliarden Tonnen Eis weg

Eisberg treibt im Norden der Antarktis
Tafelförmiger Eisberg in der Antarktis. © dpa, Jeremy Harbeck, fgj

Die Ostantarktis enthält ungefähr zehnmal so viel Eis wie die Westantarktis und sie ist derzeit auch noch stabiler. In der Westantarktis rinnt das Eis aber sprichwörtlich dahin wie das berühmte Eis in der Sonne. Es schmilzt derzeit etwa sechs Mal so schnell wie noch in den 1980er Jahren.

So hat laut Wissenschaftlern die gesamte Antarktis (West und Ost zusammen) seit 2009 jährlich fast 252 Milliarden Tonnen Eis verloren. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht wurde. Warum das Eis in der Westantarktis schneller schmilzt als in der Ostantarktis wird noch erforscht. Das hat möglicherweise mit dem auf dem Meer schwimmenden Schelfeis zu tun.

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Was können wir tun? Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend. Schaffen wir es, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren und erreichen wir die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele, dann ist für das Ökosystem Antarktis noch ein rettender Strohhalm in Sicht. Allerdings glauben bereits jetzt viele Forscher, dass weite Teile des Eises für immer verloren sind. Man spricht dann von einer irreversiblen, also einer unumkehrbaren Entwicklung. Das rührt daher, dass die Prozesse durch den steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre nicht sofort auftreten, sondern eben erst mit einer Langzeitwirkung. Daher müssen wir sofort handeln, sonst verschwinden Tausende Küstenstädte und der Lebensraum von Milliarden Menschen.

Übrigens: Sollte das ganze Eis der Antarktis verschwinden, würde der Meeresspiegel um 58 Meter ansteigen.

Antarktis-Eis lässt Meeresspiegel steigen

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(osc)