ExoMars-Mission

Leben auf dem Mars: Kann ESA-Rover organisches Material in der Tiefe finden?

von Karim Belbachir

Nach den beiden NASA-Mars-Rovern Perseverance und Curiosity, sowie dem chinesischen Gefährt Zhurong schickt sich auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA an ihren ersten Rover zum Roten Planeten zu schicken.

Im Video: Das hat der NASA-Rover Perseverance zu bieten.

ESA-Rover sucht nach organischem Material auf dem Mars

Rosalind-Franklin-Rover soll mit einem Bohrer die Marsoberfläche untersuchen
Der Rosalind-Franklin_Rover ist der erste der ESA, der auf dem Roten Planeten fahren wird.

Die ExoMars-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der ESA mit der russischen Weltraumbehörde Roskosmos. Die Russen liefern die Landeplattform Kazachok für die Mission. Sie soll neben dem Transport des Rovers auf die Oberfläche auch selbstständig Untersuchungen durchführen. Neben Fotos von der Umgebung soll auch das Klima und die Atmosphäre untersucht werden. Das hatte auch der NASA-Rover Curiosity gemacht. Außerdem misst Kazachok auch die Strahlenbelastung auf dem Mars.

Die Hauptaufgaben wird allerdings der Rover übernehmen. Dieser ist nach der britischen Biochemikerin Rosalind Franklin benannt. Der Wissenschaftlerin ist ein Großteil zur Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA bei. Der Name ist passend, da der Rover hauptsächlich nach Leben auf dem Mars suchen soll. Und die Instrumente des Gefährts sind dafür prädestiniert.

Mit dem Bohrer 2 Meter in die Marsoberfläche

Die britische Biochemikerin Rosalind Franklin
Die britische Wissenschaftlerin Rosalind Franklin hatte wesentlichen Anteil bei der Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA.

Anders als seine momentan auf dem Roten Planeten aktiven Rover-Kollegen, besitzt der ESA-Roboter einen Bohrer, der sich bis zu 2 Meter in den Boden schrauben kann. Die entnommenen Proben sollen schließlich im eigenen Bordlabor untersucht werden. Außerdem verfügt der Rover über ein Infrarot-Spektrometer, mit dem die Zusammensetzung des Gesteins in den Bohrlöchern untersucht werden soll. Da der Mars großer Strahlung ausgesetzt ist, vermutet die ESA eher in der Tiefe organisches Material zu finden. Der Rover Curiosity hatte bereits Hinweise auf Biomarker gefunden. Die Chancen auf einen Erfolg steigen also mit der Landung des Rosalind-Franklin-Rovers.

Oxia Planum als Landezone ausgewählt

Der ESA-Rover Rosalind Franklin bei einer Exomars-Ausstellung in London
Der ESA-Rover bei einer Exomars-Ausstellung in London: Das Gefährt soll mit einem Bohrer 2 Meter in die Marsoberfläche vordringen.

Starten soll die russische Proton-Rakete, wenn alles nach Plan läuft, am 20. September vom Weltraumhafen in Baikonur. Der Start wurde wegen technischer Probleme bereits mehrmals verschoben. Landen soll die Plattform samt Rover rund 9 Monate später am 10. Juni 2023. Für die Landung wurde die Zone Oxia Planum ausgewählt. Die Zone besteht aus leichtem Sediment und sollte dem Bohrer keine Probleme bereiten, sich in den Boden zu schrauben.

Bereits seit 2016 fliegt der ExoMars Trace Gas Orbiter um den Roten Planeten und untersucht die Marsatmosphäre. Außerdem wurde die Sonde dafür genutzt eine passende Landezone zu suchen. Bleibt zu hoffen, dass Oxia Planum eine gute Wahl ist, um nach organischen Molekülen in der Marsoberfläche zu suchen.

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(kfb)