Energiekrise und Nachhaltigkeit

Für wen eignet sich eine Wärmepumpe?

von Oliver Scheel

Die Wärmepumpe ist ein wichtiges Element bei der Umstellung auf saubere und günstige Energie zuhause. Sie gilt als umweltfreundlich und zukunftssicher. Vor allem in Neubauten sind sie beliebt – der Anteil bei Neubauten liegt schon bei über 50 Prozent. Ist Umrüsten in bestehenden Häusern auch eine Lösung? Und welche Pumpen gibt es überhaupt? Was Sie über die Wärmepumpe wissen müssen.

Welche Heizung lohnt sich bei steigenden Energiepreisen?

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So funktioniert eine Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe hat eigentlich jeder schon jetzt im Haus. Sie funktioniert nämlich wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Vereinfacht gesagt leitet ein Kühlschrank die Wärme nach außen, während sich die Wärmepumpe Energie aus dem Erdreich, der Luft oder dem Grundwasser in den Wohnraum holt.

Einen Großteil der Energie holt die Pumpe kostenlos aus der Umwelt. Nur zum Betrieb der Pumpe benötigt sie Strom. Nur wenn dieser Strom auch ökologisch ist, ist auch die Wärmepumpe wirklich nachhaltig. Je mehr Strom aus Erneuerbaren in die Wärmepumpe einfließt, desto klimafreundlicher wird die Wärmepumpe. Idealerweise läuft sie zum Beispiel mit Solarstrom vom eigenen Dach. Wichtig zu wissen ist, dass eine Wärmepumpe nicht automatisch nachhaltig ist.

Luftwärmepumpen im Test

So hoch ist die Förderung

25 Prozent der Kosten übernimmt aktuell der Staat als Grundförderung. Wenn mit der Wärmepumpe eine alte Öl- oder Nachtspeicherheizung oder eine mehr als 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt wird, steigt die Förderung auf 35 Prozent. Maximal sind 40 Prozent Förderung möglich. Bei 60.000 Euro pro Wohneinheit ist spätestens Schluss.

Für wen eignen sich Wärmepumpen?

11.08.2022, Sachsen, Borsdorf: Im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig erklärt Ausbilder Stefan Schwammbach (l) angehenden Anlagenmechanikern für Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik eine Wärmepumpe
Auch ein Nachrüsten von Wärmepumpen kann sich lohnen. Das Haus sollte dann aber energetisch gut gedämmt sein.

Wärmepumpen sind dann ein Gewinn, wenn sie effizient laufen. Sie muss also mit möglichst wenig Einsatz von Strom viel Wärme generieren. Das geht am besten in einem sehr gut gedämmten Haus. Die Dämmung ist der wichtigste Faktor beim Einbau einer Wärmepumpe.

Und je größer die Heizkörper sind, umso besser können Sie Ihr Haus heizen. Sprich: Am besten ist eine Fußbodenheizung. Denn dann reichen geringe Heizwasser-Temperaturen, um eine wohlige Wärme zu erzeugen.

Der Wechsel zu einer Wärmepumpe ist auch im Altbau möglich. Allerdings sollte dann tatsächlich erst in die Dämmung von Wänden und Fenstern investiert werden.

Welche Wärmepumpen gibt es?

Es gibt drei Arten von Wärmepumpenheizungen: Zum einen die Luftwärmepumpe, die Grundwasserwärmepumpe und die Erdwärmepumpe, auch Solewärmepumpe genannt. Die effizienteste dieser drei ist die Grundwasserwärmepumpe.

Nicht alle Wärmepumpenarten können einfach so überall eingesetzt werden. Ein Energieberater wird Ihnen sagen, welche Art der Pumpe die beste für Sie ist.

Kosten: Bis zu 25.000 Euro

Baden-Württemberg, Rottweil: Die Lüftungsanlage einer Wärmepumpe steht vor einem Wohnhaus. Ein Hindernis für den schnelleren Ausbau von Wärmepumpen sind aus Sicht zahlreicher Expertinnen und Experten Wohngebäude ohne energetische
Eine Wärmepumpe kann auch Ärger mit dem Nachbarn hervorrufen, die Ventilatoren machen Geräusche. Der Aufstellstandort ist mit Bedacht zu wählen.

Die genauen Kosten hängen von vielen Faktoren ab. Eine Luftwärmepumpe kommt laut Verbraucherzentrale etwa auf 20.000 bis 25.000 Euro. Etwas günstiger ist eine Erdwärmepumpe, bei der ungefähr 15.000 bis 20.000 Euro fällig werden. Eine Grundwasserwärmepumpe kommt wiederum auf 20.000 bis 25.000 Euro. Da aber noch Brunnen gebohrt werden müssen, kommen Erschließungskosten bis 10.000 Euro hinzu.

Neben den Kosten gilt auch zu beachten, dass eine Wärmepumpe durchaus nicht ganz leise ist. Vor allem Luftwärmepumpen erzeugen durchaus Ventilatoren-Geräusche. Daher ist der Ort, an dem die Wärmepumpe aufgestellt wird, mit Bedacht zu wählen. Vor dem Schlafzimmerfenster? Eher nein. Zwischen anderen Wänden? Wegen der Echoeffekte auch eher nein.

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(osc)