China und Indien produzieren Kohle-Rekord

Weltweite Energieerzeugung 2021 - Wind und Solarenergie auf der Überholspur

von Oliver Scheel

Besonders im Zeichen des russischen Krieges in der Ukraine gibt es zum schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien keine Alternative. Raus aus den fossilen Brennstoffen, so schnell wie möglich. Das würde Wladimir Putin den Geldhahn abdrehen und dem Klima helfen. Und tatsächlich gab es schon vor dem Ukraine-Krieg einen Rekord an Solar- und Windenergie. Diese regenerativen Energien machten im Jahr 2021 weltweit erstmals mehr als 10 Prozent der weltweiten Stromerzeugung aus. Leider sind nicht alle Nachrichten aus dem Gebiet der Stromerzeugung positiv.

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Kohle nur schwer zu verdrängen - Aber großes Plus bei Wind- und Solarenergie

SUZHOU, CHINA - FEBRUARY 21, 2022 - An aerial photo taken on February 21, 2022 shows a ship unloader unloading imported iron ore at wugang Wharf in Taicang, Suzhou city, Jiangsu Province, China.
China hat im Jahr 2021 einen Rekord in Sachen Kohleverstromung aufgestellt.

Zwar waren Solar- und Windenergie die am schnellsten wachsenden Stromquellen. Nur leider bleibt die Kohle, die schmutzigste aller Energiequellen, ein gewichtiger Player bei der Stromerzeugung. China, Indien und Indonesien wiesen neue Rekordwerte in der Kohleverstromung auf.

Das geht aus dem jährlich erscheinenden Global Electricity Review des Thinktanks Ember hervor. Die Analyse zeigt auch, dass die Wind- und Solarenergieerzeugung bis 2030 um 20 Prozent pro Jahr zunehmen muss, damit der globale Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzt werden kann. 2021 wurde dieses Ziel mit +17 Prozent knapp verfehlt.

Die weltweite Solarstromerzeugung stieg 2021 um 23 Prozent und war damit das 17. Jahr in Folge die am schnellsten wachsende Quelle der Stromerzeugung. Die Windenergieerzeugung stieg 2021 um 14 Prozent, was die höchste prozentuale Wachstumsrate seit vier Jahren und den höchsten absoluten Zuwachs aller Zeiten darstellt.

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Solarenergie ist auf dem Vormarsch und die am schnellsten wachsende Quelle der Stromerzeugung.
Solarenergie ist auf dem Vormarsch und die am schnellsten wachsende Quelle der Stromerzeugung.

In Deutschland machte 2021 der Anteil fossiler Energien an der Stromerzeugung 64 Prozent und der nicht-fossiler Energien 36 Prozent aus. Zu den Nicht-Fossilen zählt laut Ember neben Hydro, Wind-, Solar- und Bioenergie auch Atomenergie. Wind- und Solarenergie hatten in Deutschland 2021 einen Anteil von 28,8 Prozent an der Stromerzeugung.

Vor allem die Kohleverstromung legte 2021 wieder zu, lag aber dennoch auf dem zweitniedrigsten Wert seit Erfassung der Daten. Insgesamt stiegen die Emissionen im Stromsektor wieder an. Im ersten Coronajahr 2020 waren die Emissionen auf den tiefsten je gemessenen Wert gefallen.

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Dänemark produziert mehr als die Hälfte des Stroms durch Wind und Sonne

CopenHill, Müllverbrennungsanlage und künstlicher Skihang, Ski fahren mit Blick auf den Øresund, 90 Meter hoch und 400 Meter lange Piste auf Kunstrasen, Kopenhagen, Dänemark,
Copenhill in Dänemark: Nicht nur, dass man auf dem Müllberg Skifahren kann, Dänemark ist auch weltweit führend bei der Erzeugung von Sonnen- und Windenergie. 52 Prozent des Stroms wird durch Wind und Solar hergestellt.

“Wind- und Solarenergie sind nun angekommen“, sagte Ember-Chef Dave Jones. “Der Prozess der Transformation läuft nun“, zeigt er sich optimistisch.

50 Länder auf der Welt produzierten 2021 mehr als 10 Prozent ihres Stroms mit Solar und Wind, darunter die fünf größten Volkswirtschaften der Erde. Zum ersten Mal schafften es China, Japan, die Mongolei, Vietnam, Argentinien, Ungarn und El Salvador über die 10 Prozent. Am schnellsten läuft die Transformation zu Wind und Sonne in den Niederlanden, Australien und Vietnam ab.

Zehn Länder produzierten mehr als 25 Prozent nur durch Wind und Sonne, Spitzenreiter ist das windige Dänemark, das 52 Prozent aus diesen regenerativen Energien erzeugt.

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(osc)