El-Nino beeinflusst wieder das Weltklima

Wassertemperaturanomalie im Pazifik Ende November 2018
Wassertemperaturanomalie im Pazifik vom 29.11.2018

"Das Christkind" kommt auch aus meteorologischer Sicht

Nicht jedes Jahr, aber alle paar Jahre wieder, kommt auch das "Christkind" aus meteorologischer Sicht. Überdurchschnittliche Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik geben derzeit Hinweise für eine baldige Ankunft. El Niño schickt sich also wieder an, das Wetter der Welt umzukrempeln.

Wahrscheinlichkeit bei 80 Prozent!

Nachdem es bis in den Frühling diesen Jahres hinein bei negativen Anomalien der Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik keine Signale für ein neues El Niño-Ereignis gab, steht das "Christkind" (spanisch: El Niño) nun pünktlich zum Ende des Jahres vor der Tür. Im Laufe des Jahres stiegen die Wassertemperaturen im Vergleich zum vieljährigen Mittel in den für El-Niño bekannten Pazifikregionen stetig an und erreichten nun Ende November positive Abweichungen von über einem Grad. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit dem "Christkind" mit einer Wahrscheinlichkeit von 80%.

Auswirkungen: Dürre, Überschwemmungen und Stürme

Ein Farmer steht auf seinem vertrockneten Feld
Dürre in Thailand (14.03.2016) © dpa, Rungroj Yongrit

Da El Niño ein großräumiges meteorologisches Phänomen im äquatorialen Pazifik ist und somit einen wesentlichen Einfluss auf die zentralen Zirkulationssysteme hat, können dem "Christkind" nahezu weltweit meteorologische Auswirkungen zugeschrieben werden. Der Nachweis wird über statistische Untersuchungen geführt und hat bislang deutliche Auswirkungen vor allem für den nördlichen Pazifik und Nordamerika bestätigt. Weniger deutliche Wechselwirkungen sind zwischen El Nino und dem Nordatlantik sowie Europa bekannt.

Meist kommt es bei einem El Niño-Ereignis über dem Pazifik und an der Westküste Südamerikas zu starken Niederschlägen. Im Gegenzug dazu herrscht im westlichen äquatorialen Pazifik, wo normalerweise reichliche Niederschläge fallen, außergewöhnliche Trockenheit. Auch in Südostasien und Australien bleibt es als Folge des "Christkindes" verhältnismäßig trocken und warm, sodass häufig Dürren auftreten. Als Fernfolge von El Niño überwiegen z.B. im Bereich des Amazonas, wo normalerweise typisch tropisch-feuchte Verhältnisse herrschen, nun längere trockene Phasen. Auch in Südafrika ist das "Christkind" durch eine überdurchschnittlich warme und sehr trockene Witterung spürbar. Im südlichen Teil von Nordamerika zieht die El Niño-Phase dagegen meist ein feuchtes und kühles und im Nordwesten ein überdurchschnittlich warmes Wetter nach sich. Ob und in welcher Größenordnung sich das anstehende El Niño-Ereignis auf das Wetter in Deutschland auswirkt, ist nicht abzusehen.

Quelle: DWD