Zwergplanet im Fokus

Eismatsch statt Lava: Eisvulkane auf Pluto lassen Forscher rätseln

von Karim Belbachir

Pluto is pictured from a million miles away in this July 11, 2015 handout image from New Horizons' Long Range Reconnaissance Imager (LORRI). New Horizons will make its closest approach to Pluto July 14, 2015 . REUTERS/NASA-JHUAPL-SWRI/Handout via Reu
Der Zwergplanet Pluto befindet sich am Rand unseres Sonnensystems.

Ist der Pluto noch aktiv? Hat er auch einen unterirdischen Ozean und aktive Vulkane? Diese Fragen sind seit einer erneuten Auswertung der Bilder der Raumsonde New Horizons von einigen Eisvulkanen aktueller denn je.

Berge Wright Mons und Piccard Mons eigentlich Eisvulkane

HANDOUT - Layered Craters and Icy Plains: This highest-resolution image from NASA?s New Horizons spacecraft reveals new details of Pluto?s rugged, icy cratered plains, including layering in the interior walls of many craters. "Impact craters are natu
New Horizons Aufnahmen der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto

Die Auswertung von wissenschaftlichen Daten dauert manchmal jahrelang. Ebenso verhält es sich mit den vor sieben Jahren von der NASA-Raumsonde New Horizons gesammelten Informationen über Pluto. Darin fand ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Hinweise darauf, wie die Teile der Oberfläche entstanden sein könnten. Bereits 2015 hatte die NASA nach Sicht der Bilder vermutet, dass die Berge Wright Mons und Piccard Mons eigentlich Vulkane sind. Das scheint sich nun nach der Untersuchung von Kelsi Singer, Forschungsleiterin am Southwest Research Institute in Boulder in Colorado und ihren Kollegen zu bestätigen.

Zähflüssiges Wassereis

FILE - epa04519708 An undated artist's concept made available by NASA and the Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute (JHUAPL/SwRI) on 08 December 2014 shows the New Horizons spacecraft as it approaches Pluto
New Horizons wurde konstruiert, um Pluto und den Kuipergürtel zu untersuchen.

Es handele sich um Eisvulkane, die statt heißem Magma zähflüssiges Wassereis spuckten. Sicher machte das Forschungsteam die Entdeckung von erst kürzlich ausgebrochener Eislava. Näher untersucht wurde dafür eine Region südwestlich des Eisbeckens Sputnik Planitia, die fast frei von Einschlagskratern war. Stattdessen gab es hügelartige Aufwerfungen. Das verwunderte die Wissenschaftler zunächst, da der Pluto ansonsten mit Kratern kollidierter Meteoriten übersät ist. „Diese geologischen Merkmale scheinen nicht durch Erosion gebildet worden zu sein, noch aus flüchtigem Eis aufgebaut“, gaben die Forscher bekannt.

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Unterirdischer Ozean auf dem Pluto?

So kamen sie zu dem Schluss, dass auch der Pluto Kryovulkane hat. Ein Phänomen, welches bereits vom Saturnmond Enceladus bekannt ist. Allerdings braucht es für einen aktiven Eisvulkan auch einen Antrieb. Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Kern Plutos abgekühlt ist und als Wärmequelle nicht in Frage kommt. Das Wassereis müsste auf Pluto dann aber im festen Zustand sein. Dass es das nicht ist, zeugt davon, dass der Planetenkern offenbar wärmer ist, als bisher angenommen. Anders sieht es beispielsweise auf dem Saturnmond Enceladus aus, wo ein Ozean aus Wasser unter der Eisschicht vermutet wird. Durch die Gravitation des Saturns entsteht dort genug Wärme, um das Wasser auf dem Mond flüssig zu halten. Bei einem wärmeabstrahlenden Planetenkern, dürfte auch die Frage nach flüssigem Wasser auf dem Pluto wieder in den Vordergrund rücken.

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New Horizons im Kuipergürtel

Die Mission der New Horizons startete im Jahr 2006 mit dem Ziel den Rand unseres Sonnensystems zu untersuchen. 2015 erreichte sie als erste den Pluto und übermittelte so auch die ersten Bilder von der Oberfläche des Zwergplaneten. Momentan fliegt sie im Kuipergürtel und untersucht dort diverse Asteroiden. So lieferte die Sonde 2019 auch Daten und Bilder vom Asteroiden (486958) Arrokoth 2014 MU69. Bis in die 30er Jahre wird New Horizon noch genügend Energie besitzen, um aktiv zu sein.

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(kfb)