Wir erklären den Erdüberlastungstag

Earth Overshoot Day - das war es mit unseren Ressourcen für 2022

von Oliver Scheel

Am 28. Juli 2022 ist Erdüberlastungstag. Damit hat der sogenannte „Earth Overshoot Day“ wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Der Erdüberlastungstag markiert den Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres zur Verfügung stellen kann, aufgebraucht hat. Der Tag zeigt an, wann wir so viele Ressourcen - etwa Holz und Pflanzen – verbraucht haben, wie in einem Jahr nachwachsen können, und so viel CO2 ausgestoßen haben, wie Ozeane und Wälder aufnehmen können.

Nun gehen wir also eine Schuld ein – bei den kommenden Generationen und natürlich bei der Erde. Ab heute beuten wir die Erde aus, sie kann das, was wir tun, nicht mehr kompensieren – wir leben auf Pump.

Übrigens: Deutschland hat seinen Anteil an den Ressourcen schon am 4. Mai aufgebraucht.

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So können wir den Earth Overshoot Day nach hinten schieben

Aufzucht von Setzlingen für Aufforstung von gerodeten Flächen im Amazonas-Regenwald, Baumschule einer Kooperative von Kleinbauern, die im Rahmen der Agrarreform angesiedelt wurden, Assentamento Entre Rios, Mato Grosso, Brasilien.
Aufforsten gegen den Klimawandel: In Indonesien ist viel Waldfläche aufgrund von Goldminen und Palmölplantagen verloren gegangen. Jeder Baum hilft dem Weltklima.
  • Eine weltweite Halbierung unserer Treibhausgasemissionen würde den Earth Overshoot Day um 93 Tage verzögern.
  • Die Aufforstung von 350 Millionen Hektar Wald würde das Datum des Overshoot Day um 8 Tage verschieben.
  • Um 26 Tage könnten wir den Earth Overshoot Day verschieben, wenn mindestens 75 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energiequellen erzeugt werden würde.
  • Wenn die Hälfte aller Länder weltweit Wirtschaftspläne erstellen würden, die ökologische Notwendigkeiten berücksichtigen, würde sich der Earth Overshoot Day innerhalb der nächsten zehn Jahre um 42 Tage verschieben. Als Vorbild kann der Green New Deal der EU dienen – wenn er denn so kommt wie angekündigt.
  • Laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) werden derzeit 1,3 Milliarden Tonnen essbare Lebensmittel unnötigerweise weggeworfen. Wenn wir die Verschwendung von Lebensmitteln weltweit halbieren würden, könnten wir den Earth Overshoot Day um 13 Tage verschieben.

  • Wenn wir 50 Prozent des weltweiten Fleischkonsums durch pflanzliche Ersatzstoffe ersetzen würden, würden wir den Earth Overshoot Day um sieben Tage verschieben, allein durch den geringeren CO2-Ausstoß und die geringere Landnutzung. Wenn wir die dadurch reduzierten Methanemissionen einbeziehen, ist die Auswirkung sogar noch größer.

(Quelle WWF)

Vor 60 Jahren schöpften wir die Ressourcen noch gar nicht aus

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag der Erdüberlastung. Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenüber gestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen. Zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen, den die Menschen verbrauchen.

Übrigens: Als der Erdüberlastungstag das erste Mal berechnet wurde, im Jahr 1961, hatte die Menschheit am 31. Dezember noch Ressourcen übrig. Der Überlastungstag wäre erst nach gut 16 Monaten eingetreten. Davon sind wir heute weit entfernt.

Und: Würden alle Menschen auf der Erde wie in der Europäischen Union leben, wären die weltweiten Ressourcen bereits am im Mai verbraucht gewesen. Erst seit 1970 übersteigt der jährliche Verbrauch die global zur Verfügung stehenden Ressourcen. In diesen wenigen Jahrzehnten haben wir Klima, Erde und somit auch die Menschheit an den Rand des Kollapses gebracht. Dies zu ändern, ist die Aufgabe der kommenden Jahre. Sonst hat der Mensch auf diesem Planeten keine Zukunft mehr.

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(osc)