Warum sind die Stürme im Herbst so gefährlich?

Die schlimmsten Herbststürme der letzten Jahre

ARCHIV - 11.09.2019, Sachsen-Anhalt, Wernigerode: Wanderer gehen im Nationalpark Harz an abgestorbenen Fichten vorbei. Die Nadelbäume fielen dem Borkenkäfer zum Opfer. Vor dem Spitzentreffen zum Wald am Mittwoch in Berlin hat Thüringens Forstminister
Die Bäume und der Wald sind in diesem Jahr besonders geschwächt. © dpa, Klaus-Dietmar Gabbert, kdg jat jat

Am Herbstanfang und besonders dieses Jahr ist es extrem gefährlich

Eigentlich sind die schlimmsten Stürme in den Wintermonaten. Der heftigste Sturm bzw. Orkan war in diesem Jahrhundert im Januar 2007 „Kyrill“ mit einer Spitzenwindgeschwindigkeit von knapp 200 km/h auf dem Brocken. Aber auch die Stürme im Herbst können recht heftig ausfallen. Und wenn sie dann noch in den ersten Wochen des Herbstes durch das Land ziehen, sind sie besonders gefährlich.

Wie Herbststürme überhaupt entstehen, erfahren Sie hier.

Denn die Bäume haben dann noch viel Laub an den Ästen und Zweigen. Der Wind kann nicht hindurch pfeifen, sondern bekommt eine breitere Angriffsfläche. Somit wird der Druck auf den Baum größer und er kann schneller umfallen. Und in diesem Jahr kommt noch hinzu, dass die Bäume durch die Trockenheit sehr geschwächt sind. Denn der Baum zieht sein Wasser aus den Ästen und Zweigen. Sie trocknen aus und sind noch zerbrechlicher. Es ist viel Totholz entstanden. Somit reichen schon schwächere Böen, um Äste abbrechen oder Bäume umknicken zu lassen.

Bei Wanderungen und beim Pilze sammeln ist also Vorsicht geboten. Vor allem im Bereich der Berge, wo der Wind am gesamten Wochenende stürmisch wehen kann. Mehr Details zur Sturmlage finden Sie hier.

Video: Wir haben die heftigsten Windstärken im Windkanal getestet

Die schlimmsten Herbststürme der letzten 5 Jahre – Spitzenböe von 176 km/h

Sturm „Ignaz“ am 17.09.2019
„Ignaz“ war mit Spitzenböen bis 100 km/h im Binnenland gar nicht so stark, hatte aber große Auswirkungen für den Bahnverkehr. Mehrere Strecken mussten in Niedersachsen gesperrt werden. Nur auf Hiddensee gab es eine Orkanböe.

Sturm „Siglinde“ am  23./24.10.2018
„Siglinde“ war ebenfalls mit Windspitzen bis 100 km/h unterwegs.

Sturm „Fabienne“ am 23./24.09.2018
Im Süden am 23.09. bis 160 km/h (Weinbiet), aber auch in Konstanz 145 km/h und Würzburg 137 km/h. Am 24.09 im Norden um die 100 km/h.

Sturm „Herwarth“ am 29.10.2017
Orkanböen verbreitet an den Küsten (144 km/h Alte Weser Leuchtturm) und im Bergland (176 km/h auf dem Fichtelberg, 172 km/h auf dem Brocken)

Sturm „Xavier“ am 05.10.2017
Orkanböen an den Küsten und in Berlin mit 122 km/h, im Bergland auf dem Brocken 176 km/h!

Sturm „Heini“ am 18.11.2015
Im Flachland um die 100 km/h, im Bergland Orkanböen mit bis zu 170 km/h auf dem Brocken. 

Mehr Informationen zu den einzelnen Windstärken im Vergleich finden Sie hier.