Am 3.3. ist Tag des Artenschutzes
Einmal weg - für immer weg: Tausende Arten sind vom Aussterben bedroht
Es gab bisher fünf große Wellen des Massenaussterbens in der Erdgeschichte. Auch wenn wir es vielleicht gar nicht merken: wir befinden uns derzeit mitten im 6. Massenaussterben, und das schreitet voran mit einer Geschwindigkeit, die es noch nie gegeben hat. Der Mensch ist also für die Erde schlimmer als der Meteoriteneinschlag, der vor 66 Millionen Jahren den Dinosauriern das Ende bereitete. Nun begehen wir zum 50. Mal den Tag des Artenschutzes. Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) unterzeichnet. Es war noch nie so wichtig wie heute, denn das Artensterben hat eine ähnlich dramatische Dimension wie die Klimakrise.
Im Video oben erklärt GEO-Umweltexperte Dirk Steffens, was passiert, wenn das Artensterben anhält
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Eine Million Arten steht vor dem Aus
Die Lage ist ernst, sagt der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Klement Tockner: „Wir haben wenig Zeit, um gegenzusteuern.“ Mehr als 71.500 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gibt es nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in Deutschland. Rund 9.000 von ihnen sind bestandsgefährdet. „Einmal verloren ist immer verloren.“
„Wir erleben das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier“, sagt der Programmleiter Flächennaturschutz in Deutschland der Umweltorganisation WWF, Albert Wotke. Ändere sich nichts, könnten bis Ende des Jahrhunderts weltweit eine Million Arten ausgestorben sein.
Hoffnung nach Abkommen bei Weltnaturgipfel

Wie aber bekommen wir das Problem in den Griff? Auf dem Weltnaturgipfel haben sich rund 200 Staaten das Ziel gesetzt, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Außerdem soll mehr Geld für den Schutz der Artenvielfalt ausgegeben werden. Das wäre ein riesiger Rückzugsraum für die bedrohten Arten und stellt einen echten Hoffnungsschimmer dar.
Und sonst? „Diejenigen, die die Ressourcen nutzen und davon profitieren, sollten mehr zahlen“, machte CITES-Generalsekretärin Ivonne Higuero eine einfache Rechnung auf: „Die Kosmetik- und Gesundheitsbranche, die Luxusgüterindustrie, Holzfirmen - alle müssen mehr in die Nachhaltigkeit investieren.“ Und wenn Wilderei und Schmuggel der Stecker gezogen wird, rettet das auch das Überleben vieler bedrohten Arten.
Wenn wir nicht die Kleinsten schützen, haben auch die Größten schlechte Karten

Es sind aber auch die kleinen Lebewesen, die wir oft gar nicht wahrnehmen, die wahnsinnig wichtig für die Ökosysteme sind. Die sind aber oft die Grundlage für die größeren Vögel und Säugetiere. Wenn wir nicht die Kleinsten schützen, haben auch die Größten keine Chance.
Dazu kommt, dass wir eine Doppelkrise erleben: Die Klimakrise und das weltweite Artensterben sind eng miteinander verwoben. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde ist laut WWF seit der Industrialisierung um etwa ein Grad gestiegen. Ein aktueller Bericht des Weltklimarats geht davon aus, dass sich die Erderhitzung noch drastischer auf Land- und Meeresökosysteme auswirkt als ursprünglich angenommen. Hinzu kommt die menschliche Nutzung der Lebensräume vieler Arten - für viele Tiere und Pflanzen wird es eng.
Nur wenn wir die Schutzräume erweitern, wenn wir möglichst viel auf Pestizide und Insektizide verzichten und wenn wir die Erderwärmung im Rahmen halten, hat die Artenvielfalt eine Chance.
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(osc)