Bibbern und schliddern

Fieser Windchill und miese Glätte in Deutschland

von Paul Heger

Frost, eisiger Wind und Glatteis drohen in Deutschland in den nächsten Tagen.
Frost, eisiger Wind und Glatteis drohen in Deutschland in den nächsten Tagen.

Mit der Kälte kommt auch die Glätte zurück. Regional droht in Deutschland gefrierender Regen und gefrierende Nässe. Aber auch der Windchill, die gefühlte Temperatur, ist im eisigen Wind nicht zu unterschätzen.

Wetterlage Europa: Russlandschelle vs. Atlantikklatsche

Die aktuelle Wetterlage ist definitiv besonders. Ein riesiger Tiefdruckkomplex reicht von der Nordostküste Kanadas quer über den Nordatlantik nach Südwesteuropa und am Donnerstag sogar bis zur Türkei. Und an dieser Linie scheiden sich die Luftmassengrenzen.

Wetterlage vom 21. 01.2026
Krasse Wetterlage: Riesentiefdruck gegen bissig kaltes Betonhoch

Vom Atlantik versucht die milde Luft voranzukommen und versucht auch immer wieder im Westen und Süden Deutschland Fuß zu fassen. Dem gegenüber steht aber ein riesiges, kontinentales Hochdruckgebiet, dass voll ist mit bitterkalter Luft. Und diese rutscht von Osten immer mehr in den Osten und Norden Deutschlands.

Windchill unter -10 Grad tagsüber!

Am Donnerstag gibt es mit wenigen Ausnahmen bereits Dauerfrost von Vorpommern bis nach Ostbayern. Am Freitag ist wohl die gesamte Nordosthälfte Deutschlands plus Ostbayern im Frost. Dazu kommt kräftiger, an den Küsten und im Bergland teils sogar stürmischer Ostwind. Der Windchill, also die gefühlte Temperatur, liegt bei Höchsttemperaturen um teils -5 Grad dann bei unter -10 Grad.

Temperaturen am Mittag den 23. Januar 2026
Bei Dauerfrost um teils -6 Grad im Osten, rutschen die gefühlten Temperaturen im kräftigen Ostwind schnell in Richtung -10 oder -15 Grad.

Vom Rheinland bis nach Bayern-Württemberg und wohl auch in den Alpen bleibt es milder mit meist deutlichen Plusgraden. Örtlich, besonders in den mittleren Lagen, könnte es um 10 Grad geben. Erst im Laufe des Wochenendes wird es kühler.

Erneute Schnee- und Glatteis-Warnung für Deutschland

Dieses Gerangel zwischen Frostluft und milder sowie zunehmend feuchter Atlantikluft könnte ab Donnerstag zum Problem werden. Klar, vorher kann es auch schon verbreitet gefrierende Nässe oder Reifglätte geben. Aber am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag scheint von Westen leichter Regen aufzuziehen, der von Baden-Württemberg bis Niedersachsen gefrieren kann.

Zum Berufsverkehr am Freitag könnte es damit in der Westhälfte gefährlich glatt sein. Die Lage ist derzeit als deutlich entspannter als beim letzten Glätteunwetter einzuschätzen. Dennoch kann es regional spiegelglatt werden.

Regional gefährlich glatte Wetterlage ab Donnerstagabend bis zum Wochenende - hier der späte Donnerstagabend mit gefrierendem Regen im Westen Deutschlands.
Regional gefährlich glatte Wetterlage ab Donnerstagabend bis zum Wochenende - hier der späte Donnerstagabend mit gefrierendem Regen im Westen Deutschlands.

Auch am Wochenende könnte es im Westen, Südwesten und örtlich im Südosten des Landes gefrierenden Regen geben. Aber, wie oben erwähnt: Die Luft wird kühler und der Regen geht eher in Schnee über. Damit dürfte es eher Schneeglätte geben. Dieses „Problem“ herrscht an den Küsten wohl schon ab Donnerstag, wo teils heftige Schneeschauer im eisigen Ostwind von der Ostsee westwärts ziehen.

Und wann kommt der Frühling 2026?

Erstmal geht das Luftmassengerangel weiter. In der nächsten Woche scheint dann alles möglich zu sein. In den Wettermodellen sieht man sowohl Dauerfrost, der sich eventuell sogar noch weiter ausbreiten und intensiveren könnte, als auch die Milderung bis zur Ostsee. Die letzte Variante könnte uns beim Wechsel regional nochmal reichlich Schnee und Glatteis bringen.

Im Laufe der nächsten Woche gehen die Berechnungen der Wettermodelle sehr auseinander - hier für Berlin. Die Temperaturen scheinen zum Monatswechsel wohl aus dem Dauerfrost zu rutschen, aber der Unsicherheitsbereich im deutlichen Minus zeigt: Diese Messe ist noch nicht gedungen. Dazu bleibt es wohl recht trocken.
Im Laufe der nächsten Woche gehen die Berechnungen der Wettermodelle sehr auseinander - hier für Berlin. Die Temperaturen scheinen zum Monatswechsel wohl aus dem Dauerfrost zu rutschen, aber der Unsicherheitsbereich im deutlichen Minus zeigt: Diese Messe ist noch nicht gedungen. Dazu bleibt es wohl recht trocken.

Wie es genau weiter geht, steht derzeit, wenn man ehrlich ist, etwas in den Sternen. Die ganz eisigen Varianten in den Wettermodellen schwinden gerade etwas mit Blick auf den Monatswechsel. Aber da wäre noch der Polarwirbel, der im Februar zusammenzubrechen scheint und uns damit nochmal arktische Kälte bringen könnte.

Es könnte also ein zäher, langer Winter mit mehrfachen Kaltlufteinbrüchen werden. Aber, liebe Frühlingsfreunde, eines ist ja gewiss: Irgendwann kommt der Frühling. Ganz bestimmt!

Verwendete Quellen: wetter.de