Gibt es diese Wellen im Klimawandels nun öfter?
Horror beim Baden: Riesenwelle reißt auf Teneriffa vier Menschen in den Tod
Es ist eine blanke Horror-Vorstellung: Beim Baden zwischen den Klippen eines Naturschwimmbades kracht plötzlich eine Riesenwelle über die Menschen herein. Vier Badende sterben auf Teneriffa, eine weitere Person wird vermisst. Gibt es diese Wellen wegen der Klimakrise nun häufiger?
Ins Meer gerissen
Bei dem Zwischenfall im Westen der spanischen Urlauberinsel gab es vier Tote, als die Welle mehrere Menschen ins Meer riss, wie der Notdienst der Kanarischen Inseln mitteilte. Nach einer fünften Person, bei der es sich um eine Frau handele, werde weiter gesucht. Die Menschen waren in einem Naturschwimmbecken im Westen der spanischen Urlauberinsel von den hohen Wellen überrascht worden. Die Wellen stiegen den Angaben nach in das durch eine Steinmauer vom offenen Meer getrennte Schwimmareal ein und brandeten gegen umliegende Felsen. Anschließend habe der Sog des ins Meer zurückströmenden Wassers Menschen mitgerissen.
Bei zwei der bestätigten Todesopfer handelte es sich um Slowaken, wie die staatliche slowakische Nachrichtenagentur TASR unter Berufung auf Angaben des Außenministeriums in Bratislava meldete. Eine weitere Person mit slowakischer Staatsbürgerschaft sei verletzt worden. Zur Herkunft der anderen beiden Todesopfer des Unglücks bei Los Gigantes in der Region Santiago del Teide gab es zunächst keine offiziellen Angaben.
Es bestand eine Wetterwarnung
Laut Medien konnten mehrere Personen, die von den Wassermassen mitgerissen worden waren, aus eigener Kraft wieder an Land gelangen. Der staatliche Fernseh-Sender RTVE berichtete, die Behörden der Kanaren hätten am Sonntag rechtzeitig vor hohen Wellen gewarnt. Das Unglück ereignete sich laut Lokalmedien in einem natürlichen Pool im Ort Isla Cangrejo. Die Regionalregierung der Kanaren hatte für das gesamte Wochenende eine Warnung vor hohen Wellen ausgegeben. Unter anderem hatte sie davor gewarnt, am Meeresrand Fotos oder Videos zu machen.
Erst vor etwa einem Monat, am 8. November, hatten mehrere Riesenwellen auf Teneriffa zahlreiche Menschen ins gespült - darunter auch viele Touristen, vor allem aus Frankreich. Auch damals kamen drei Menschen ums Leben.
Klimakrise spielt eine Rolle
Riesenwellen vor den Kanarischen Inseln sind im Winter keine Seltenheit. Und mit steigender Erderwärmung und steigendem Meeresspiegel nimmt die Gefahr solcher Ereignisse zu. Forschungen zum Beispiel der Universität Hamburg zeigen, bei einer Erwärmung von zwei Grad rund die Hälfte der Küsten weltweit von Wellenänderungen in Höhe, Periode oder Richtung betroffen sein wird. Auch wenn sich nur die Wellenlänge oder -periode verändere, so die Forscher, könnten die Wellen dennoch höher auflaufen als bisher, Überschwemmungen würden damit wahrscheinlicher.
Es ist klar: Steigt der Meeresspiegel an, erreichen auch die Wellen größeren Höhen. Im Schnitt sind die Wellen im Pazifik heute schon rund 30 Zentimeter höher als vor 50 Jahren. Die Wellen stellen für die Infrastruktur an den Küsten große Probleme dar.
Generell gilt es als gesichert, dass die Erderwärmung Extremwetter verstärkt - so können sich auch die Wellen in immer größere Höhen auftürmen. Die Menschen kommen allerdings derzeit eher in Gefahr, weil sie Warnhinweise missachten.
Verwendete Quellen: wetter.de-Recherche, Agentur AFP, dpa



