Wir brauchen den Regenwald (übrigens nicht nur für das Klima)

Tausende Brände im Regenwald
Tausende Brände im Regenwald Björn Alexander zeigt das Ausmaß 02:54

Der massive Anstieg der Brände im brasilianischen Regenwald erschüttert die Welt. Die enorme Bedeutung dieses Ökosystems für den Klimaschutz wird völlig zu Recht immer wieder betont. Aber auch darüber hinaus gibt es gute Gründe, diese Naturlandschaft zu schützen. Wir haben ein paar „Augenöffner“ zusammengestellt.

1. Der Regenwald als Apotheke

Mit seinem unglaublichen Reichtum an vielfältigen Pflanzen und Tieren liefert der Regenwald zahlreiche Heilmittel. Etwa ein Viertel unserer Arzneien beinhalten Stoffe aus diesen Regionen. Dabei ist ein großer Teil der Pflanzen noch gar nicht auf ihre medizinischen Eigenschaften hin untersucht wurden. Wir wissen also noch gar nicht, welche zukünftigen Wirkstoffe dieses Ökosystem für uns bereithält.

2. Urwald als Speisekammer

Zahlreiche Lebensmittel stammen aus den Regenwäldern der Welt. Damit sind nicht nur irgendwelche exotischen Früchte gemeint, sondern auch viele „Klassiker“: Bananen, Kakao, Tomaten, Ingwer, Vanille und Zimt wurden dort entdeckt (Quelle: Oro Verde, die Tropenwaldstiftung). Auf solche kulinarischen Schätze wollen wir natürlich nicht verzichten!

3. Motor im Wasserkreislauf

Für uns Wetterfans ist die Rolle des Regenwaldes im Wasserkreislauf besonders interessant. Das Ökosystem speichert gewaltige Wassermengen und transportiert Feuchte bis ins Landesinnere. Mit ihren Wurzeln können Bäume Wasser aufnehmen und über Verdunstung abgeben. Ohne die Regenwälder drohen trockenere klimatische Bedingungen oder sogar Dürren. Andererseits können starke Regenfälle in abgeholzten Gebieten nicht gut aufgenommen werden. In diesem Fall drohen Überschwemmungen.

4. Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen

Der Regenwald ist Lebensraum für Millionen von Tier- und Pflanzenarten. Zahlreiche sind noch überhaupt nicht entdeckt oder eforscht. Wir müssen davon ausgehen, dass jeden Tag ganze Gattungen von Lebensformen aussterben! Dieser Verlust wiegt auch für die Wissenschaft schwer, die auf zahlreiche Forschungsergebnisse und mögliche Erkenntnisgewinne verzichten muss.

Natürlich leben auch Menschen im Regenwald. Darunter sind indigene Völker, die sehr eng mit der Natur zusammenleben. Die Zerstörung der Umwelt kann ihnen die Existenzgrundlage rauben.

5. Klimaschutz

Die „grüne Lunge“ der Erde hat Raucherhusten. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die Zerstörung die brasilianischen Brände ganz besonders ernst. Denn etwa 30 Prozent des menschengemachten CO2 werden von den Regenwäldern aufgenommen. Wenn wir die Erderwärmung stoppen oder verlangsamen wollen, sind wir auf diesen Service angewiesen.

Fazit: Lasst uns dieses Naturparadies erhalten

Was abgebrannt ist, wächst so schnell nicht wieder nach. Kein Wunder, dass die Kritik an Brasiliens Umgang mit den Waldbränden im Regenwald massiv ausfällt. Auf größere Niederschläge, die die Feuer löschen könnten, dürfen die Brasilianer vorerst nicht hoffen. Die Regenzeit beginnt erst im November. Aber jeder einzelne kann etwas tun, um den Regenwald zu schützen.