Winterwetter im April: Auch vor 36 Jahren hatten wir mit Neuschnee zu kämpfen

Wie viel Schnee fällt? 1980 bis zu 40 Zentimeter Schnee

Kaltlufteinbruch mit Spätwinter in den Bergen und nasskaltem typischen Aprilwetter, also auch mit Graupel und Schneeflocken im Flachland: Wenngleich dieser massive Vorstoß polarer Luftmassen nicht ungewöhnlich ist, so stellt er doch gerade aufgrund der Andauer und Intensität ein sehr markantes Ereignis dar. Die bis zu 40 Zentimeter Schnee wie 1980 sind aber im Flachland sehr unwahrscheinlich.

Der Schnee an sich hat es natürlich Ende April nicht leicht. Ihn zu "produzieren", ist bei ausreichendem Kaltluftdargebot über dem Europäischem Nordmeer, Skandinavien oder Nordrussland auch im späten Frühjahr zunächst einmal kein Problem. Sofern sich großräumig eine entsprechende nördliche Windkomponente einstellt und die Luftmassen rasch ohne große Umwege zu uns geführt werden, sind die Niederschläge gerne auch in der Übergangszeit zwischen Winter und Sommer mit (meist nassen) Flocken vermischt. Dieser bleibt jedoch aufgrund des weit fortgeschrittenen Sonnenstands und der damit verbundenen Globalstrahlung selbst bei negativen Lufttemperaturen tagsüber kaum liegen. Immerhin entspricht die Höhe des aktuellen Sonnenstands schon dem Mitte Augusts. Hier braucht es schon stärkere Intensitäten des Niederschlags über einen längeren Zeitraum. Die große Chance eröffnet sich aber noch in den (wenn auch immer kürzer werdenden) Nachtstunden.

Und wie sah es nun in der Vergangenheit mit den Schneehöhen Ende April aus?

Später Spätwinter mit Schnee Ende April
10 bis 40 Zentimeter Schnee © imago/Bild13, imago stock&people

Was haben wir überhaupt im langjährigen Mittel zu erwarten? So treten im Mittel entlang des Rheins sowie in Ostfriesland bereits im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte März die letzten Schneedecken auf. In den höchsten Bergregionen müssen wir zum Teil bis in den Juni hinein mit Schnee rechnen.

Im Einzelfall kann es aber regional auch deutlich später sein. Beim Blick in die Statistik stechen vor allem die Jahre 1980 und 1981 heraus. So lagen beispielsweise am 25. April 1980 in München 13 Zentimeter, in Gera 20 Zentimeter und in Chemnitz sogar satte 37 Zentimeter Schnee. Im Erzgebirge herrschte bei 24-stündigen Neuschneemengen von 50 Zentimeter und resultierenden Gesamtschneehöhen von teils über 100 Zentimeter regelrechtes Chaos. Einen Tag später ist die Zugspitze mit einer maximalen Schneehöhe von 780 Zentimeter förmlich im Schnee versunken. Während es im Jahr 1980 vor allem die Mitte und den Süden des Landes kalt erwischte, bekam im folgenden Jahr auch der Norden und Südwesten eine kleine Schneepackung ab. Sogar direkt an der Nordsee konnte am 23. April 1981 in St. Peter-Ording eine Schneedecke von 3 Zentimetern registriert werden, in Cuxhaven waren es sogar 8 Zentimeter, was 4 Tage nach Ostern unter den Urlaubern sicherlich für einige Irritationen gesorgt haben dürfte. Wenige Tage später erwischt es am 28. April 1981 auch Rheinland-Pfalz (Trier 20 Zentimeter) und das Saarland (Tholey 22 Zentimeter) heftig.

Quelle: DWD