Arktikluft grätscht fies dazwischen

Später Wintereinbruch lässt die Ostküste bis herunter nach Florida bibbern

von Björn Alexander und Martin Pscherer

Ein verschneites Stoppschild
Der Winter bremst in den USA noch einmal den Frühling aus

In Kanada und den USA will es der Winter – nach einer zuletzt sehr warmen Phase – noch einmal wissen. Der Polarwirbel greift weit nach Süden aus und schickt die Arktikluft noch einmal bis herunter nach Florida, wo eigentlich schon der Sommer Einzug gehalten hat – eine sehr brisante Mischung.

Im Hinblick auf den Wintervorstoß: wie entwickelt sich die Wetterlage im Norden Amerikas jetzt?

RTL-Meteorologe Martin Pscherer führt aus: „Noch schlummert im Süden der USA subtropische Warmluft. So erreichen die Temperaturen in Florida beispielsweise jetzt schon Spitzenwerte von 30 Grad und etwas darüber. Gleichzeitig nähert sich von Norden her kalte Luft arktischen Ursprungs.” Das sei laut unserem Meteorologen eine brisante, zum Teil auch gefährlich Ausgangslage, die teils mit heftigen Wettererscheinungen einher gehe.

Auf welche Gefahren müssen sich die Menschen in den USA gefasst machen?

Die Karte mit der Regenprognose für den Südosten der USA: zum Teil schüttet es sehr heftig.
Bereits am Freitag sind im Südosten der USA teils heftige Schauer und Gewitter möglich

Am Samstag erwartet Pscherer den voraussichtlichen Höhepunkt der Unwetterserie, denn dann trifft die „Kaltluft aus nördlichen Breiten voll auf die Sommerluft im Süden”. In der Folge beschreibt der Wetterexperte eine Luftmassengrenze zwischen den Jahreszeiten, die es in sich habe: „Vor allem im Südosten der USA beziehungsweise im Norden Floridas drohen Starkregen mit Überschwemmungen. Gleichzeitig ist die Lage hochexplosiv, so dass das Risiko für Schwergewitter mit Tornados ebenfalls deutlich erhöht ist.”

Alle Prognosen und Vorhersagen für die USA und weltweit

Sturm und Orkan an der Ostküste - Bombogenese nicht auszuschließen

Die Vorhersage für die Tiefstwerte in den USA und Kanada am Wochenende
Kaltluft breitet sich noch einmal weit in den Süden der USA aus

Pscherer sieht auch für „die gesamte Ostküste bis herauf nach New York ein wetterintensives Wochenende kommen”. Denn das dazugehörige Tiefdrucksystem verstärke sich weiter: „Selbst ein Druckabfall von mehr als 24 Hektopascal binnen 24 Stunden ist denkbar. Damit deutet sich eine waschechte Bombogenese mit entsprechenden Folgen an.” Dies seien insbesondere Sturm- bis hin zu Orkanböen sowie zum Teil kräftiger Schneefall, der sich vorübergehend bis nach New York ausbreiten könne. Das dazugehörige Tief, also der Wintersturm, habe übrigens den Namen QUINLAN bekommen und werde sich zum Beginn der nächsten Woche abschwächen und weiterziehen.

Wie entwickelt sich der Polarwirbel weiter?

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Je weiter hierbei die blauen Bereiche im Gegenzug südwärts wandern, umso massiver ist der Kaltluftvorstoß.

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(bal)