Jetzt wird es wieder länger hell

Winteranfang in Deutschland: Wie kurz ist der kürzeste Tag?

Ein langer Schatten eines Besuchers wird am Mittwoch (21.12.2005) durch das Licht einer künstliche Sonne  durch eines der drei Tore des ältesten, 7000 Jahre alte Sonneobservatorium der Welt in Goseck (Kreis Weißenfels) geworfen. Die rekonstruierte Kr
Die Talsohle ist durchschritten. Die Wintersonnenwende markiert den kürzesten Tag des Jahres. Jetzt ist es wieder länger hell. © dpa/dpaweb, Z1021 Peter Endig

Die Wintersonnenwende ist da

Am 21. Dezember um 11.02 Uhr beginnt kalendarisch der Winter. Was sagt uns das? Zwei Sachen: Zum einen ist der 21. Dezember der kürzeste Tag des Jahres. Zum anderen wird die Wintersonnenwende gefeiert. Das heißt, ab jetzt werden die Tage wieder länger. Aber wie lang ist der kürzeste Tag eigentlich? Und welche Unterschiede gibt es in Deutschland? Und wussten Sie, dass es morgens noch eine Weile länger dunkel bleibt? Wir klären auf.

Der kürzeste Tag des Jahres in Deutschland

Im Winter geht die Sonne umso später auf, je näher man dem Pol kommt. Die Tage sind dann im Norden also kürzer als im Süden.

  • Oberstdorf ist Deutschlands südlichste Stadt. Da dauert der kürzeste Tag des Jahres am 21. Dezember 2020 immer noch 8:25 Stunden, nämlich von 8.04 bis 16.30 Uhr.
  • Deutschlands nördlichstes Stück Land ist Sylt. In List im Norden der Insel dauert der Tag nur 7:08 Stunden, von 8.50 bis 15.59 Uhr. Das sind rund 75 Minuten weniger. Ein ganz schöner Unterschied.

Blickt man auf Ost und West, dann sind die Tage zwar in etwa gleich lang, beginnen aber im Westen wesentlich später, da die Sonne ja im Osten aufgeht.

  • Sonnenaufgang in Deutschlands nördlichster Stadt Görlitz ist um 8:02 Uhr, dunkel wird’s um 15.54 Uhr.
  • In Aachen im Westen wird es erst um 8.36 Uhr hell, dafür ist Sonnenuntergang erst um 16.31 Uhr. Hier ist also alles fast eine Dreiviertelstunde nach hinten verschoben.
Nach der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger.
Die Tage werden zur Wintersonnenwende wieder länger, das ist natürlich positiv. Aber die Unterschiede in Deutschland sind schon gewaltig. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh soe

Warum wird es morgens noch eine Weile immer später hell?

Die Tage werden ab der Wintersonnenwende zwar wieder länger, aber in einer etwas seltsamen Art. Morgens bleibt es noch eine Weile länger dunkel, dafür abends schon wieder länger hell.

So ging in Kassel, einer Stadt, die mitten in Deutschland liegt, die Sonne bereits am 7. Dezember am frühesten unter, nämlich um 16.13 Uhr. Seit dem 18. Dezember geht es dort wieder aufwärts, was den Sonnenuntergang betrifft. Aber morgens wird es weiterhin später hell. Am 20. Dezember um 8:24 Uhr, am 31. Dezember aber erst um 8:27.

Polarnacht
12.29 Uhr kurz vor der Polarnacht. Ein Blick auf Utqiagvik am letzten Tag mit Sonne. Der Ort in Alaska liegt noch etwas nördlicher als das europäische Nordkap. © University of Alaska Fairbanks

Alles ein bisschen schief - weil auch die Erdachse schief ist

Der Grund dafür ist, dass unsere 'Sonnenuhr' ein wenig verrückt ist. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Erde bewegt sich auf einer Ellipse und die Ekliptik ist schief. Das heißt, unsere Erdachse ist geneigt. Unter dem Strich ist aber die sogenannte Thomasnacht vom 21. auf den 22. Dezember die längste Nacht des Jahres.

In der Polarnacht wird es überhaupt nicht hell

Nördlich des Polarkreises wird es zur Wintersonnenwende überhaupt nicht hell, dafür ist am Südpol derzeit 24 Stunden eitel Sonnenschein. Bis zum 21. März gleicht sich das weltweit ab jetzt wieder an. An diesem Tag ist es auf der ganzen Welt gleich lang hell.