Winter, wo bist Du?
Winter 2022/2023: Hier stecken Kälte, Schnee und Frost zur Zeit
Seitdem der Winter kalendarisch am 21.12. angefangen hat, ist von diesem nicht mehr viel zu spüren. Ganz im Gegenteil. Es wird zum Jahreswechsel frühlingshaft. Und das nicht nur in Deutschland. Der Winter hat sich in Europa weit zurück gezogen. Hier finden wir aber noch Kälte und Schnee.
Oben im Video: Mit wie viel eisigen Tagen müssen wir in Deutschland rechnen?
Winter auf der Flucht in den Norden und Osten Europas

Es bleibt leider sehr mild in Europa. Und das fast überall. Weite Teile von West-, Süd- und Mitteleuropa sind frostfrei. Im Südwesten von Europa, also im Süden von Portugal und Spanien ist es derzeit am wärmsten mit Höchsttemperaturen von über 20 Grad. Frostige Werte finden wir derzeit nur in Island, im Norden Skandinaviens und in Teilen Russlands
Immer wieder ziehen Tiefdruckgebiete von den Britischen Inseln nach Skandinavien und dabei bestehen über Deutschland große Luftdruckunterschiede gegenüber einem Hoch über Südosteuropa. In einer lebhaften südwestlichen Strömung wird immer wieder milde Luft herangeführt.
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Wenig Schnee in Europa für Ende Dezember

Die letzte Festung in Mitteleuropa in Sachen Schnee sind die Alpen. Hier liegen zumindest in den Höhenlagen ausreichend Schnee. Alles was auf unter 1.000 bis 1.500 Metern liegt, hat aber auch hier das Nachsehen bzw. fast ausschließlich grüne Wiesen.
Eine richtige Schneedecke findet man in Europa nur noch dort, wo es auch noch kalt ist. Somit sind es die gleichen Gebiete, die noch weiß sind, wo eben auch noch die Frostluft dominiert: Das nördliche Skandinavien, Teile des Baltikums und der Ukraine, Island und das westliche Russland.
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Kalter Winter am Jahresende in Europa? Eher Fehlanzeige

Zum Ende des Jahres ist auch noch keine Kehrtwende in Sachen kalter Winter zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Es wird noch wärmer und die Kälte und somit der Schnee ziehen sich noch weiter zurück. Selbst in Mitteleuropa knabbern wir an der 20-Grad-Marke, in Deutschland wird es neue Rekorde geben. Eistage – die Höchstwerte bleiben unter dem Gefrierpunkt – wird es an Silvester nur noch im Norden Skandinaviens oder auf Island geben.
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Wetterstatistik im Check: Was können wir vom Winter erwarten?
Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Wintermonate Dezember, Januar, Februar:
- Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember und endet mit dem Februar
- Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Wochen später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
- Der letzte halbwegs normal kalte Winter war 2012/2013, deutlich zu kalt war er in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011
- Die kältesten Temperaturen bringt der Winter für gewöhnlich am Ende, wenn die Nordhalbkugel insgesamt stark abgekühlt ist
- Die niedrigste Temperatur im Winter wurde in Deutschland mit -37,8 Grad in Wolznach-Hüll in Bayern am 12. Februar 1929 gemessen
- Und selbst im Dezember ist Hüll immer noch Rekordhalter mit -32,4 Grad am 29.12.1929. Im Januar wurde bisher die tiefste Temperatur mit -34.6 Grad auf der Zugspitze am 02.01.1905 gemessen
- Die höchste Temperatur wurde im Winter in Mülheim in Baden-Württemberg mit 24,0 Grad am 16.12.1989 gemessen
- Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 181 Sonnenstunden hoffen
- Regen ist im Schnitt um die 175 Liter pro Quadratmeter drin
- Das Temperaturmittel liegt bei rund 1 bis 2 Grad
Der Polarwirbel - Motor des Winters in der Vorhersage
In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.
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(oha)



