Wie stelle ich mein Barometer richtig ein?

So stellen Sie ihr Barometer ein
Ein mechanisches Barometer hat eine Stellschraube

Die Kalibrierung ist wichtig

Barometer messen üblicherweise erst einmal den tatsächlichen Luftdruck an einem Standort. Dieser Luftdruck wird absoluter Luftdruck genannt. Da der Luftdruck mit der Höhe aber geringer wird, hat er mitunter einen anderen Wert als in aktuellen Wetterkarten zu sehen ist. Nach der barometrischen Höhenformel nimmt der Luftdruck um 1 hPa je 8 Meter Höhenunterschied ab. Wer sich also auf 400 m über Normalnull befindet, sieht nun auf seinem (noch nicht eingestellten) Barometer einen um 50 Hektopascal (hPa) geringeren Luftdruck. Bei einem Standardluftdruck von 1013 hPa gibt das Gerät demnach einen absoluten Wert von 963 hPa aus. Das würde dem Luftdruck in einem sehr kräftigen Sturm- oder Orkantief über Europa entsprechen.

Demzufolge ist also eine Anpassung, die sogenannte Kalibrierung, des Luftdruckwertes notwendig. Der absolute Luftdruck wird so zum relativen Luftdruck, dem auf Normalnull reduzierten Luftdruck. Dieser Wert ist vergleichbar mit den Werten anderer Stationen. So werden Wetterkarten normalerweise mit relativen Luftdrücken erstellt. Damit wiederum lassen sich nun Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) finden, sodass Hoch- und Tiefdruckgebiete sichtbar werden.

Da es verschiedene Arten von Barometern gibt, gibt es auch verschiedene Wege der Kalibrierung. Am häufigsten werden sogenannte Dosen- oder Aneroidbarometer verwendet. Dabei wird ein dosenartiger Hohlkörper aus dünnem Blech durch den wechselnden Luftdruck verändert. Mit Hilfe eines Stiftes werden diese Veränderungen nun über ein Getriebe und einer Übersetzung auf einen Zeiger übertragen.

Mit einem Schraubenzieher kann man an einer Schraube auf der Rückseite solcher Dosenbarometer durch vorsichtiges Drehen den Zeiger einstellen. Den aktuellen relativen Luftdruck am Standort des Barometers entnimmt man entweder einer aktuellen Meldung einer nahegelegenen Wetterstation oder man erfragt ihn direkt beim DWD.

Bei Quecksilber-Barometern (nach seinem Erfinder auch Toricelli-Barometer) wird in eine nach oben luftdicht geschlossene Röhre mit kleinem Durchmesser Quecksilber gefüllt. Das untere Ende taucht in ein offenes Gefäß, das ebenfalls Quecksilber enthält. Auf das Quecksilber in dem offenen Gefäß wirkt nun den Luftdruck. Je höher dieser ist, desto mehr wird das Quecksilber nach unten gedrückt, muss in die Röhre ausweichen und desto höher steigt es in der Röhre. Bei einem Standardluftdruck von 1013 hPa würde das Quecksilber auf 760 mm steigen. Einstellen lässt sich das Quecksilber-Barometer über eine verschiebbare Skala. Aufgrund der giftigen Flüssigkeit sind Messgeräte mit Quecksilber in einem leicht zerbrechlichen Behältnis seit 2009 EU-weit aber verboten.

Neben noch weiteren sehr speziellen Geräten zur Luftdruckmessung gibt es heutzutage häufig elektronische Messgeräte für den privaten Gebrauch. Auf diesen zeigt man sich am besten den relativen Luftdruck an, um den Wert an seinem Standort mit denen anderer Stationen vergleichen zu können. Häufig bieten solche Geräte die Möglichkeit, den Wert direkt anzupassen oder ihn durch Angabe der Höhe des aktuellen Standortes berechnen zu lassen (siehe dafür die Bedienungsanleitung). Die Höhe ihres Standortes erfragt man am besten beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) (http://www.bkg.bund.de).

Quelle: DWD