In einem Tiefdruckgebiet kann es zu einer Vertiefung kommen

Wetterlexikon: Vertiefen

Wetterlexikon: Vertiefen
Ein Mann mit Regenschirm läuft auf der Uferpromenade von Herrsching am Ammersee an einer Reklame-Eistüte vorbei. © dpa/dpaweb, A3542 Karl-Josef Hildenbrand

Was bedeutet vertiefen?

Nimmt der Kerndruck eines Tiefdruckgebietes im Laufe der Zeit ab, spricht man von Vertiefen. Die Ursache für das Vertiefen und die damit verbundene Stärkung eines Tiefdrucksystems ist ein zyklogenetischer Prozess. Beispielsweise kann eine andersartige Strömung in der Höhe zu dem Vertiefen führen, ebenso eine Änderung des Temperaturfeldes oder eine Labilisierung der atmosphärischen Schichtung.

Vertiefen ist nicht gleich Druckabnahme

Hierbei darf man das Vertiefen nicht mit der Druckabnahme verwechseln. Die Druckabnahme kann man an einem festen Ort wie zum Beispiel einer Heimwetterstation messen. Hierbei resultiert die lokale Druckänderung zum Großteil aus der horizontalen Verlagerung des Druckgebildes.

Das Vertiefen liegt hingegen vor, wenn sich der Luftdruckfall auf den gesamten Tiefkern sowie dessen Rückseite in einem größeren Abstand, als das Tief in etwa anderthalb Stunden zurückgelegt hat, erstreckt. Um die Vertiefung festzustellen, wird eine Karte der Linien gleicher Luftdrucktendenzen benötigt. In Deutschland kann es in allen Tiefdruckgebieten zu einer Vertiefung kommen.