Wetterlexikon: Schafskälte

Was ist die Schafskälte?
Schafskälte: Ein Kälteeinbruch um den 11. Juni lässt Schafe, die dann schon geschoren sind, wieder frieren. © dpa, Patrick Pleul

Was ist die Schafskälte?

Schafskälte ist die Bezeichnung für ein Wetterphänomen, das beinahe jährlich in Mitteleuropa am meteorologischen Sommeranfang für einen Kälteeinbruch von fünf bis zehn Grad Celsius sorgt. Typischerweise tritt diese Wetterlage um den 11. Juni auf und kann in den Alpen für Schneefall von bis zu einem halben Meter sorgen.

Die Schafskälte kommt nicht jedes Jahr auf

Der volkstümliche Name Schafskälte rührt daher, dass um diese Zeit Schafe bereits geschoren sind und im Extremfall eingestallt werden müssen. Die Ursache für das Phänomen liegt in der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Boden und Meeresoberfläche – kommt eine starke Strömung vom kalten Meer her, kühlt sich die Luft über dem eigentlich bereits wärmeren Kontinent wieder ab. Diese Lage hält meist nur wenige Tage an.

Die Schafskälte tritt nicht jedes Jahr auf, allerdings ist aus historischen Aufzeichnungen eine beinahe neunzigprozentige Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Da eine ähnliche Wetterlage für den indischen Monsun verantwortlich ist, gibt es für die Schafskälte auch die Bezeichnung europäischer Sommermonsun.