Wetterlexikon: Gletscherwind

Wetterlexikon: Gletscherwind
Adeliepinguine in der Antarktis. © picture alliance / blickwinkel/A, A. Rose

Was ist ein Gletscherwind?

Ein Gletscherwind ist eine besondere Form eines Fall- oder Hangabwindes. Er entsteht bodennah über Eis und Schnee aufgrund von thermischen Effekten. Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit und der starken Reflexion der Sonneneinstrahlung über den Schnee- und Eisflächen eines Gletschers kühlt die Luft am Boden stark ab. Die im Vergleich zur Warmluft vor dem Gletscher dichtere Kaltluft führt als Ausgleichsströmung zu Wind zwischen dem Gebiet mit dichtem Luftdruck und der dünneren warmen Luft.

Gletscherwinde können eine Geschwindigkeit von bis zu 54 km/h haben

Vor allem in den Polargebieten entstehen Gletscherwinde im Bereich des Inland-Eises, die besonders in den Nachmittagsstunden hohe Geschwindigkeiten erreichen. Dabei entstehen sehr stabile lokale Windsysteme, die auch in einiger Entfernung vom Gletscher noch spürbar sind. In den Gebirgstälern Grönlands und der Antarktis werden Gletscherwinde mit Geschwindigkeiten bis 54 km/h gemessen, in den Alpen sind es bis zu 14 km/h.