Wetterlexikon: Aprilwetter

Aprilwetter 2012 spaltete das Land
Aprilwetter 2012 spaltete das Land Bäh im Norden - Hui im Süden 01:27

Was ist das Aprilwetter?

Mit Aprilwetter ist die häufig sehr unbeständige Wetterlage im April gemeint. Gerade im April herrscht ein abwechslungsreiches Wetter, welches von Wetterlagen aus den Winter- und Frühlingsmonaten bestimmt wird. Es kann sowohl Sonnenschein geben als auch Regen, Stürme, Hagel und sogar Schnee.

"April, April, der macht, was er will"

Aprilwetter: Was ist das eigentlich?
Aprilwetter: Wechselhaft sagen die einen, abwechslungsreich sagen die anderen. © dpa, Tobias Kleinschmidt

Im Nordwinter sind die Temperaturgegensätze zwischen Äquator und Nordpol meist sehr stark, sodass die Druckgebilde Höchstleistung vollbringen müssen. Dagegen sind die Gegensätze im Sommer auf der Nordhalbkugel eher schwach, was oftmals zu einer geringeren Tiefdrucktätigkeit führt. In den Zwischenjahreszeiten, wie dem Frühling, wo sich der Sonnenzenit vom Äquator nach Norden bewegt oder im Herbst, wo er sich wieder über den Äquator hinaus nach Süden  zurückzieht, liegt das Kampfgebiet zwischen kalter Luft aus dem Norden und warmer Luft aus dem Süden meist in den mittleren Breiten, z. B. auch über Mitteleuropa.

Insbesondere im April trifft oftmals Polarluft auf schon deutlich erwärmte Festlandsluft aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum über Mitteleuropa zusammen. Dies führt immer wieder zu einem raschen Auf und Ab der Temperaturen, aber auch zu Schauern und teilweise schon ersten Gewittern. Durch die zunehmende Sonneneinstrahlung kann sich im Frühling auch bei uns der Boden relativ stark erhitzen und somit die unteren Schichten der darüberliegenden meist noch kühlen Luft erwärmen. Da warme Luft leichter ist, steigt sie auf und führt schließlich zur Wolkenbildung.

Stellt sich zwischen den bodennahen Schichten und der Höhe (ca. 5.000 m) ein starker Temperaturgegensatz ein, steigt die Luft in große Höhen und es können sich bei ausreichend vorhandener Feuchte auch Gewitterwolken entwickeln.

Das wechselnde Aprilwetter kann vor allem den Pflanzen schaden. Diese besitzen keine ausreichenden Schutzmechanismen und sterben ab, wenn es zu einem erneuten Kälteeinbruch kommt. Im April kann das Wetter am Tag teilweise schon Temperaturen über 20 Grad vorweisen, wobei die Durchschnittstemperatur in der Nacht stark abfällt. Im Volksmund gibt es eine Reihe von Sprichwörtern, die sich mit der Wetterlage im April auseinandersetzen, beispielsweise "April, April, der macht, was er will".