Schon fast 2000 Sonnenstunden

Super sonnig und viel zu warm - Wetterjahr auf Rekordkurs

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Das Wetterjahr 2022 läuft auf darauf hinaus, ein Jahr der Rekorde zu werden. Neben dem häufigen Sonnenschein könnte es auch das insgesamt zu wärmste werden. Viel fehlt nicht mehr dazu. Wir haben mal auf die Details geschaut.

Im Video: Wann bleibt der erste Schnee liegen

Wettertechnisch auf Rekordkurs

Ein in Kegelform aufgehäuftes Steingebilde eines unbekannten Künstlers - Niedrigwasser in Köln Deutz bei Rheinpegel 78cm Pegel Köln Aufgrund der akuten Hitze und Regenmangel werden am Ufer großflächiger Sand-und Kiesflächen freigelegt. Die Schifffahr
Ein in Kegelform aufgehäuftes Steingebilde eines unbekannten Künstlers - Niedrigwasser in Köln im Sommer 2022.

Rückblickend betrachtet stechen in Sachen Sonnenschein besonders die Monate März, Juni und August. Aber auch der Oktober wusste mit einer Menge Sonne zu überzeugen. Dazu muss gesagt werden, dass abgesehen vom Januar alle Monate im oder über dem Soll liegen. Die einzige Ausnahme blieb bisher der Januar.

Unser wetter.de-Meteorologe Björn Alexander sagt dazu: Extrem sonnig waren dabei vor allem der März, der Juni und der August sowie der Oktober, die allesamt deutlich überm langjährigen Mittel lagen. Und weil zudem das erste Novemberdrittel bereits die Hälfte des Sonnensolls für den Gesamtmonat erfüllt hat und nur der Januar als einziger Monat viel zu wolkig verlief, haben wir im laufenden Jahr bereits jetzt fast 1950 Sonnenstunden im deutschlandweiten Durchschnitt zusammen bekommen.“

Bisher liegen die Jahre 2018 mit rund 2015 Sonnenstunden und das Jahr 2003 mit 2020 sonnigen Betriebsstunden weit vorne in dieser Statistik. „Es fehlen uns in diesem Jahr nur noch um die 80 Stunden Sonnenschein. Normal in Deutschland sind im Jahr übrigens um die 1500 bis 1600 Sonnenstunden“, wie Alexander erklärt.

Bisher auf dem Spitzenplatz der wärmsten Jahre

 Sommerliches Wetter 19.05.2020, Bad Homburg Hessen: Blühender Klatschmohn bei Sonnenschein auf einem Feld. Für die nächsten Tage ist warmes und sonniges Wetter vorhergesagt., Bad Homburg Deutschland *** Summer weather 19 05 2020, Bad Homburg Hessen
Blühender Klatschmohn bei Sonnenschein auf einem Feld. Gerade in diesem Jahr hatte die Sonne viele Strahlen für uns übrig.

Aber nicht nur bei der Sonnenscheindauer könnte sich 2022 einen Spitzenplatz sichern. Auch bei den Temperaturen liegt das Wetterjahr weit vorne. Der Vergleich mit den wärmsten Jahren seit Wetteraufzeichnung bisher lohnt sich.

Das wärmste Jahr verzeichnen wir im Sonnen- und Dürrejahr 2018 mit gut 2,2 Grad überm langjährigen Mittelwert. Das entspricht einer durchschnittlichen Temperatur von gut 10,4 Grad. Schauen wir nun auf das aktuell laufende Jahr, liegen wir bei einem Temperaturmittel von 11,8 Grad. Das entspricht zum Jahresende gerechnet einer positiven Abweichung von 2,5 Grad.

Kann der Dezember Winter?

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Wie kalt der Winter wird, steht noch nicht fest, aber bisher sehen ihn die experimentellen Langfristprognosen zu warm.

Es müsste also noch richtig kalt werden, um hier den Spitzenplatz noch abzugeben. Das sieht auch der Wetterexperte so, wenn auch mit einer Einschränkung: „Es ist natürlich entscheidend, wie die kommenden Wochen temperaturtechnisch verlaufen. Eine massive Kältelage könnte da nämlich noch ordentlich nach unten wirken.“

Solch eine Kältewelle ist allerdings zumindest bis Mitte November nicht absehbar. Anschließend haben einige Wettercomputer einen Wintereinbruch im Programm. „Ein Teil der Prognosen sieht derzeit vor, dass es von Nordosten und Osten erst in Osteuropa und anschließend auch bei uns in Deutschland spürbar kühler werden soll. Selbst erste Schneeflocken bis herunter ins Flachland wären demnach möglich“, so Alexander.

Lese-Tipp: 42-Tage-Wettertrend: Wie lange hält der Kälte-Einbruch Ende November?

Zu wenig Regen im Jahr 2022

Eher im negativen Bereich bleibt der diesjährige Niederschlag, denn dort liegen wir deutlich unter Soll. Gerade die Monate März, Mai, Juni, Juli und August liegen klar unter dem Mittelwert. Einzig die Monate Februar und September waren zu nass. Der Januar kam mit 98 Prozent der Regensumme immerhin knapp an sein Soll.

Lese-Tipp: Sommerbilanz 2022 - unfassbar sonnig und extrem trocken

Hier das Jahr 2022 im Überblick:

Die erste Zahl gibt die Regensumme im Vergleich zum langjährigen Mittel an. Die Zweite die Temperaturabweichung und die Letzte das Sonnenscheinsoll:

  • Januar: 98 Prozent, +3,3 Grad, 91Prozent
  • Februar: 183Prozent, +4,1Grad, 116 Prozent
  • März: 26 Prozent, +1,6 Grad, 210 Prozent
  • April: 97 Prozent, +0,4 Grad, 123 Prozent
  • Mai: 68 Prozent, +2,3 Grad, 123 Prozent
  • Juni: 66 Prozent, +3,0 Grad, 137 Prozent
  • Juli: 50 Prozent, +2,2 Grad, 125 Prozent
  • August: 62 Prozent, +3,7 Grad, 137 Prozent
  • September: 165 Prozent, +0,05 Grad, 102 Prozent
  • Oktober: 87 Prozent, +3,5 Grad, 130 Prozent

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(bal, kfb)