Öffnet ein Wetterwechsel das Tor zu Winter?

Aktuelle Vorhersagen und Trends für den November

von Björn Alexander und Oliver Hantke

Die derzeitigen Langfristprognosen für den kommenden Winter sind insgesamt auf der zu warmen Schiene. Doch der November könnte schon ins Wintergeschehen eingreifen. Vielleicht sogar schneller als gedacht.

Oben im Video sehen Sie wann der erste Schnee normalerweise fällt

Wie stehen die Chancen auf Winter im November?

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander bewertet für uns die neuen Berechnungen: „Die Trends für den November zeigen uns derzeit noch ein uneinheitliches Bild. Einerseits gibt es bei den experimentellen Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA einen deutlichen Temperaturüberschuss, der für den Gesamtmonat aktuell bei 1 bis 3 Grad liegt.”
Andererseits berechnen laut Alexander andere Wettermodelle einen kontinuierlichen Abwärtstrend bei den Temperaturen, so dass der Winter schon mal seine Fühler zu uns ausstrecken könnte.

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Die Computerprognose für den Regen am 04. November 2022 - es wird nasser in Deutschland
Raus dem dem Goldenen Oktober - rein in den Regen-November

Der Wetterexperte sieht einen Wetterwechsel möglicherweise schon bald auf uns zukommen: „Bereits in den ersten Novembertagen möchte das Gros der Wettercomputer einen Wetterumschwung haben. Demnach dürfte die extrem warme Luft, die uns jetzt aus dem Norden Afrikas erreicht, von westlichen bis nordwestlichen Winden abgelöst werden.”
Mehr Wolken, kühlere Temperaturen und Regen kommen damit wieder auf die Tagesordnung - immerhin soll der November in vielen Landesteilen durchschnittlich nass ausfallen.

Müssen wir uns damit etwa auf die ersten Flocken einstellen?

Alexander: „Vorerst einmal mischen sich nach jetzigem Stand nur auch die höchsten Bergen mal Flocken unter. Wobei die Temperaturen und die Schneefallgrenze in der teilweise turbulenten Wetterküche der ersten Novemberhälfte noch ganz ordentlich schwanken werden.”
Das könnte sich in der zweiten Novemberhälfte aber vielleicht dramatisch ändern.

Abwärtstrend mit frostigem Winterhauch

42-Tage-Wettertrend für Berlin - der Winter kommt demnach schon im November 2022 vorbei
Im Flachland könnte es im letzten Novemberdrittel winterlicher werden

Der Blick auf den 42-Tage-Trend ist in den derzeitigen Berechnungen ziemlich eindeutig - er kennt nämlich nur eine Richtung. Demnach geht es steil abwärts. Die Prognosen, denen das Europäische Wettermodell zugrunde liegt, bringen uns im Flachland erst einmal in den einstelligen Temperaturbereich. Zum Monatswechsel wäre demnach sogar Dauerfrost drin. Selbst erste Schneeflocken bis in die Niederungen mit lupenreinem Winterreifen-Wetter wären denkbar.

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Schnee und strenger Frost auf den Bergen

42-Tage-Wettertrend für Garmisch - der Winter will im Bergland frühzeitig eine Duftmarke setzen
Frau Holle und Väterchen Frost scheinen sich ab der Monatsmitte ins Spiel bringen zu wollen

Geht es nach den aktuellen Trends für das Bergland, dann ist die Schonzeit in Sachen Winterwetter spätestens zur Monatsmitte rum. Denn nachdem Alexander ja schon auf Flocken in der ersten Novemberhälfte auf den höchsten Bergen verwies, drehen die Wettercomputer anschließend nochmal ordentlich am Kaltluft-Rad. Mit vorübergehendem Schnee und teilweise strengem Frost, also unter -10 Grad. Der Winter läuft sich warm und wir sind gespannt, welche Variante der Wettercomputer sich schlussendlich durchsetzen wird.

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Gigant des Winters - so entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, oha)