Schnee und Frost im Dezember?

Winter in Deutschland - wie sind die aktuellen Vorhersagen für die kalte Jahreszeit

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Die derzeitigen Langfristprognosen für den kommenden Winter sind weiterhin auf der zu warmen Schiene. Dennoch gibt es ein Sorgenkind, das uns bereits frühzeitig die kalte Schulter zeigen könnte.

Wie sind die momentanen Computertrends für den Winter 2022/2023?

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander bewertet für uns die Berechnungen: „Die experimentellen Landfristvorhersagen sehen vor allem den Dezember 2022 kritisch. Von nur leicht zu mild bis sogar etwas zu kalt ist alles mit im Rennen.”

Einzig die deutlich zu warmen Prognosen seien derzeit nicht dabei.

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Was zeigen die Modelle für Januar und Februar 2023?

Die Graphik zeigt die aktuellen Prognosen für die kommenden Monate in Berlin
Die experimentellen Langfristprognosen für Berlin - Dezember und Januar könnten uns kalt erwischen

Alexander: „Auch der Januar wird in Summe der Vorhersagen (ECMWF und NOAA) momentan häufiger nur durchschnittlich bis leicht zu warm bewertet. Der Februar 2023 liegt dagegen nach allen Langfristberechnungen deutlich über dem Durchschnitt. Insofern sind die Aussichten in Bezug auf das Heizen – nach jetzigem Stand – eher so mittelprächtig.”

Zur Einordnung: Wann war der letzte durchschnittlich kalte Dezember in Deutschland?

„Auf jeden Fall liegt der letzte eher durchschnittliche bis leicht zu kalte Dezember schon einige Jahre zurück”, weiß Alexander und fährt fort: „Gemessen am Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 waren es beispielsweise die Dezembermonate 2012 oder 2009. Deutlich zu kalt war zum Beispiel der Dezember 2010 – einige werden sich vielleicht auch an die Weiße Weihnacht 2010 erinnern. Damals war der Dezember fast 4,5 Grad kälter als normal. Um das besser greifen zu können, hilft vielleicht der Vergleich der Frosttage.”

Lese-Tipp: Krasser Winter im Dezember 2010

Was sind Frosttage?

Unser Experte erläutert: „Das sind Tage, an denen die Temperatur unter 0 Grad sinkt. Davon gab es im Dezember 2009 im Durchschnitt 19 und im Dezember 2010 sogar fast 30. Im Dezember 2012 waren es 17. Das wäre also die Größenordnung, auf die wir uns einstellen müssten, wenn die eben genannten Vorhersagen zutreffen würden.”
Alexander bringt hierzu noch einen Vergleich an: „In sehr milden Dezembermonaten sind es im deutschlandweiten Schnitt lediglich 6 bis 10 Frosttage. Das würden wir also bei der Heizkostenrechnung deutlich zu spüren bekommen.”

Gigant des Winters - so entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, kfb)