Wetter-Lexikon: Was ist Seenebel?

Wetter-Lexikon: Was ist Seenebel?
© dpa, Bernd Wüstneck

Wie entsteht Seenebel?

Auch wenn es manchmal in ganz Deutschland schön warm ist, liegt über dem norddeutschen Küstenstreifen Nebel. Wie aber kommt das? Warum aalen sich die Süddeutschen in der Sonne, während die Norddeutschen durch den Nebel stochern müssen?

Dieser sogenannte Seenebel verhindert, dass die Sonnenstrahlen bis zum Boden gelangen und hüllt die Landschaft in ein Dauergrau. Wie entsteht dieses Phänomen?

Seenebel bildet sich, wenn die Wasseroberflächentemperaturen deutlich kälter sind als die darüber liegenden Luftschichten. Das kalte Wasser kann dann die unteren Luftschichten abkühlen. Da kältere Luft weniger Feuchte aufnehmen kann, erreicht diese Sättigung (100% Luftfeuchtigkeit).

Nachfolgend kondensiert das Wasser in der Luft und es bilden sich kleine Wolkentröpfchen. Es entsteht Nebel. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft sind, umso mächtiger kann sich der Nebel ausbilden. Bei auflandigem Wind (Wind von der See aufs Land) wird dann der Nebel schließlich auf das Land transportiert.

Ein solcher Küstennebeleinbruch ist mit erheblichen und oft auch plötzlich auftretenden Veränderungen der Sicht- und Temperaturbedingungen verbunden. Zudem gibt es häufig auch eine deutliche Helligkeitsreduktion, was vor allem im Straßenverkehr zu erheblichen Gefahren führen kann. In Deutschland ist diese Nebelform vor allem im Spätfrühling an der Ostsee anzutreffen und wird durch Warmluftzufuhr aus dem südeuropäischen Raum bedingt.

Quelle: DWD