Wetter-Lexikon: Dunst oder Nebel?

Unterschied zwischen Dunst, Nebel und Hochnebel
Wenn die Sicht einnebelt, kann es sich um Dunst, Nebel oder Hochnebel handeln. © picture alliance / Bernd Weißbro, Bernd Weißbrod

Das ist der Unterschied zwischen Dunst und Nebel

Dunst und Nebel entstehen, wenn sich die bodennahen Luftschichten abkühlen, und die Temperatur dann den Taupunkt erreicht und der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dunst- oder Nebeltropfen bewirken eine Sichtverschlechterung. Wenn es tagsüber noch warm ist, ist die Verdunstung entsprechend hoch und die Luft kann sich mit Wasserdampf anreichern. Jedoch sind die Nächte schon lang und bewirken eine merkliche Abkühlung. Bei Erreichen des Taupunktes kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf. So entsteht meist in der zweiten Nachthälfte oder gegen Morgen in der Nähe des Erdbodens sogenannter feuchter Dunst oder Nebel.

Dunst und Nebel unterscheidet man anhand der horizontalen Sichtweite in Augenhöhe. Beträgt sie weniger als 1 Kilometer, spricht man von Nebel, andernfalls von Dunst. Bei der Entstehung von Dunst erfolgt die Kondensation auch ohne Wasserdampfsättigung. Die entstehenden Tropfen haben einen Radien zwischen 0.1 und 1 Mikrometer (µm). Ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter. Bei relativer Luftfeuchte von 100 Prozent bildet sich Nebel.

Die Tropfengröße vom 'Nebel' hängt von der Menge des vorhandenen Wasserdampfes und der Anzahl der Kondensationskerne ab. Man findet ein ganzes Tropfenspektrum - leichter Nebel weist Radien von 1 bis 5 µm auf, dichter Nebel hat Tropfenradien von 10 bis 20 µm. Die größten Nebeltropfen in dichtem, nässendem Nebel können mit 50 µm die Größe von Tautropfen erreichen. Wegen der Größe der Nebeltropfen ist die Streuung des Lichtes von seiner Wellenlänge unabhängig - Nebel erscheint also weiß.

Über dem Hochnebel herrscht oft strahlender Sonnenschein

Hochnebel ist eine Form von Nebel, der nicht am Boden liegt, sondern erst in einigen zehn bis 100 Metern über dem Boden beginnt und 1 bis 2 Kilometer hoch sein kann. Unter dem Hochnebel beträgt die Sichtweite mehr als 1 km. Hochnebel ist eine Nebelart des Strahlungsnebels und gehört zum Nebeltyp Abkühlungsnebel. Am häufigsten bilden sich die gleichmäßige, tiefliegende Wolkenschicht, auch Stratus genannt, im Herbst, wenn sich die Luft in der Nacht bei hoher Feuchtigkeit stark abkühlt. Über diesen Wolken herrscht oft Sonnenschein. Aus Hochnebel kann auch gelegentlich leichter Niederschlag, Sprühregen oder Schneegriesel, fallen.