Winter in Deutschland

Warme Prognosen und eiskalte Überraschungen

von Björn Alexander und Valerie Dörner

Angesichts von Energiekrise und hohen Heizkosten fragen sich viele jetzt schon: Wie kalt wird der Winter 2022/2023? Grundsätzlich gibt es Langfristprognosen bis sechs Monate im Voraus. Diese sind allerdings mit Vorsicht zu genießen – denn sie sind eher experimenteller Natur. Mit diesen Einschränkungen kann man diese aber natürlich nutzen. Wir schauen drauf.

Oben im Video: Wann bleibt wo der erste Schnee liegen?

Langfristprognosen können nur allgemeine Wettertrends voraussagen

Genutzt werden diese Vorhersagen normalerweise in der Energiewirtschaft, weniger dagegen zur konkreten Tagesplanung. Grundsätzlich ist eine Wettervorhersage, die über zehn Tage hinausgeht, als Langfristprognose zu bezeichnen. Dabei kann aber nicht das Wetter an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort erfasst werden, sondern nur ein allgemeiner Witterungstrend für ein großflächiges Gebiet.

Lese-Tipp: Das genau bedeuten Langfristprognosen

Langfristprognosen: Monate eher zu warm als zu kalt

Die momentanen Berechnungen für den kommenden Winter geben wenig Überraschendes her: Die Trends der aktuellen Prognosen stehen bis Februar 2023 auf warm bis deutlich zu warm. In Zeiten des Klimawandels sind auch die Monatsvorhersagen oftmals eher mit Abweichungen nach oben versehen.

So sehen wir nach einem milden November die gleichen Vorzeichen für die Monate Dezember bis Februar. Das zeigen zum aktuellen Stand sowohl das Amerikanische als auch das Europäische Modell.

Lese-Tipp: Das sagen die Langfristprognosen bis Ende des Jahres

Zu warm bedeutet nicht, dass es gar keine kalten Tage gibt

Mit der experimentellen Natur der Prognosen im Hinterkopf sollte man aber auch bedenken: Natürlich können auch zu warme Monate sehr kalte Abschnitte beinhalten. Ein gutes Beispiel mag an dieser Stelle der Februar 2021 sein. Erst eine hochwinterliche eisige Phase mit Schnee und strengem Nachtfrost. Im letzten Monatsdrittel dann aber ein rasantes Frühlingserwachen mit neuen Rekordtemperaturen! Unterm Strich war der Februar damit am Ende sogar etwas zu warm - obgleich wir in der ersten Monatshälfte eiskaltes Winterwetter erlebten.

Eine zu warme Prognose bedeutet also bei weitem nicht, dass uns gar keine sehr kalten Tage im Winter erwarten können.

Lese-Tipp: Big Player macht sich bereit – die Weichenstellung für den Winter ist in vollem Gange

Februar 2021 - diese Wetterlage brachte uns vorm Frühlingshammer eine Mini-Eiszeit

Die Graphik zeigt die eiskalte Wetterlage, die uns im Februar 2021 den Vorstoß des Sibirien-Winters bis nach Deutschland brachte. Ausgehend von einem Polarwirbel-Split war der Weg für die Polarhochs und die sibirische Luft frei.
Die Wetterlage, die uns im Februar 2021 die Luft direkt aus Sibirien brachte. Mit einem Polarwirbel-Split kam am Rande der polaren Hochdruckgebiete richtige Eisluft nach Deutschland.

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(bal, vdö)