Hat der Sommer schon fertig?

Wettertrends in den August - so sind die aktuellen Prognosen

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Der Juli war heiß, teilweise sogar extrem heiß mit Spitzen um die 40 Grad. Hat der Sommer damit sein Pulver vielleicht schon verschossen - wir schauen auf die momentanen Trends und Berechnungen für den August 2022.

Juli hält das Jahr auf Rekordkurs

Verglichen mit dem Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990 ist der Juli bisher über zwei Grad zu warm. Und damit ist das Jahr 2022 derzeit auf dem Weg, das heißeste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen zu werden. Umso spannender ist die Frage, ob es der August ähnlich heiß angehen möchte.

Lese-Tipp: Klimatrend Deutschland - das Jahr 2022 im Klimacheck

NOAA-Prognose - August 2022 ebenfalls zu warm

42 Tage Trend Hamburg
Der 42-Tage-Trend für Hamburg: Ein so trockener August würrde die Dürre extrem verschärfen.

Geht es nach den experimentellen Langfristvorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA, dann sieht wetter.de-Meteorologe Björn Alexander mit gemischten Gefühlen auf den August 2022: „Einerseits zeigen die Berechnungen für den Monat August nur einen geringen Wärmeüberschuss und somit tendenziell wahrscheinlich auch keine extremen Hitzebelastungen. Andererseits bereiten die Regenprognosen leider weiterhin Sorgenfalten.”

Trockenheit weiter problematisch

42 Tage Trend Berlin
Unser 42-Tage-Trend für Berlin: Das sieht fürchterlich trocken aus.

„Beim Thema Trockenheit sind wir spätestens seit dem Dürrejahr 2018 sehr sensibel”, so Alexander. Deshalb haben die Wetterfachleute die Regenausbeute für Deutschland und Europa wohl noch genauer im Fokus. Geht es nach den aktuellen NOAA-Vorhersagen, dann sieht es laut Alexander „zwar alles andere als blendend in Sachen Regen aus”.

Aber es gibt eine Spur mehr Hoffnung als im Juli - denn die Juli-Niederschläge seien zum Teil dramatisch gering ausgefallen. Das gelte besonders extrem im Südwesten, wo teilweise kaum fünf Liter pro Quadratmeter gefallen sind. Im deutschlandweiten Durchschnitt sei es bisher noch nicht einmal ein Drittel des Juli-Solls, was in etwa 25 Liter entspricht.

Unterschiedliche Verteilungsmuster beim Regen

 Düsseldorf 20.07.2022 Hausboot Bootshaus Bottke Niedrigwasser Regen fehlt niedriger Wasserstand Rhein bei Volmerswerth Gewässer Rheinpegel Wasserpegel Trockenperiode Trockenheit Wasservorräte Grundwasser Wassermangel Trinkwasser Wasserstand Regenman
Dieses Hausboot warte auf dem Rhein in Volmerswerth bei Düsseldorf auf Regen

Geht es nach den derzeitigen NOAA-Trends, dann wären wohl der Westen und der Südwesten deutlich zu trocken - mit einem Regendefizit von insgesamt etwa 20 Litern. Es blieben aber natürlich noch einige Schauer über, um die Trockenheit ein bisschen zu abzufedern.

Geht es hingegen nach den Berechnungen, die auf dem Europäischen Wettermodell basieren und die in die Graphiken unseres 42-Tage-Wettertrends einfließen, dann sieht die Verteilung genau anders herum aus. Also im Norden und Osten viel zu trocken, während es im Westen vermehrt und im Süden sogar reichlich Niederschlagssignale geben sollte.

Fazit: Keine extreme Hitze und etwas Hoffnung beim Wasser

Nimmt man alle Prognosen zusammen, dann zeichnet sich aktuell keine extreme Hitzewelle bei uns ab. Bis zum Ende der Hundstage müssen wir aber sehr wohl mit einigen Temperaturspitzen jenseits der 30 Grad und auch mit Tropennächten mit Tiefstwerten nicht unter 20 Grad rechnen. Also durchaus im normalen Sommer-Rahmen. Beim Regen heißt es unterdessen wohl: Daumen drücken, dass sich vielleicht doch mal die ein oder andere wechselhafte Phase mit einmischt und sich die Trockenheitssituation langsam mal etwas nachlässt.

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(bal, osc)